Bali 2014 - Coming home

16Aug2014

Finaaaale.Heute ist großes Finale. Wir fliegen nach Hause!!!!! Deutschland, Trier, wir kommen zurück! 

 

6 Wochen auf Bali, 12061 km von Trier entfernt, mit 6 Stunden Zeitverschiebung; unsere erste lange Reise auf eigene Faust. 

 

Mit mehr als 2000 Fotos und Videos, unzähligen Bildern im Kopf, mit tausend neuen Erfahrungen, Erlebnissen, Emotionen, Momenten und Erinnerungen im Gepäck treten wir jetzt die Reise in unsere geliebte Heimat an. Wir beide sind uns sicher, dass wir erst jetzt, kurz vor der Abreise, wirklich realisiert haben, wo wir überhaupt waren und was wir alles Tolles erlebt und gesehen haben. Aber wir sind jetzt trotzdem voller Vorfreude auf Zuhause, auf Familie, Freunde, auf unser Bett, auf deutsche Menschen, auf unsere Kultur, unser Badezimmer (6 Wochen ungeschminkt und ohne Fön!!! Eine wahre Kur.)und natürlich auf das Essen (vor allem von Mama) ! Sicher wird es erst einmal eine Zeit lang dauern, bis wir alle Eindrücke verarbeitet haben und wieder richtig "angekommen" sind...

 

 

Zu einer solchen Reise gehört jedenfalls mehr als das "nötige Kleingeld" und der Wunsch, nach dem Abi ein kleines Abenteuer erleben zu wollen. Wir haben gerade die Schule abgeschlossen und stehen vor unserer eigenen, noch ungewissen Zukunft. Wir wollten weit weg, ins Ausland, armen Kindern helfen, unterrichten und das andere Ende der Welt erkunden. Dass es bei so einer Reise aber um noch viel mehr geht, haben wir spätestens jetzt erkannt.

 

"Sechs Wochen können einen niemals verändern." Doch. Das können sie schon.

 

Man braucht oder entwickelt Selbstständigkeit, Verantwortung, Mut, Vertrauen, Gewissenhaftigkeit, Zusammenhalt und Respekt. Eine Portion jugendlicher Leichtsinn gehört natürlich auch dazu. 

 

Wir mussten ab der ersten Minute auf Bali große Entscheidungen alleine treffen, Probleme bewältigen, eine völlig andere, fremde Kultur und Lebensweise annehmen offen und spontan sein für Neues und auf das geliebte "Hotel Mama" verzichten, wenn man Hunger hat oder plötzlich krank wird. Man muss immer durchhalten. Jeden Tag. Es gibt keinen, der die Dinge für dich regelt und die Verantwortung für dich übernimmt, so wie wir es bisher noch meistens gewohnt waren. Man wird nicht mit einem Mal oder innerhalb von 6 Wochen eine erwachsene Person, aber durch manche Erlebnisse und Erfahrungen gewinnt man besonders an Reife und Stärke dazu. Auf Bali gab es sehr viele Momente, in denen wir zum Nachdenken kamen...Zum Nachdenken über uns selbst, unsere Vergangenheit und Zukunft. 

 

Es gab Höhen und Tiefen, Abenteuer und Langeweile, Arbeit und Urlaub, wir waren auf einmal "Lehrer", obwohl wir selbst gerade noch die Schulbank drückten, es gab lustige und traurige Momente. Von allem war etwas dabei. 

 

Wenn man zu zweit eine solche Reise macht, muss aber vor allem die Freundschaft stimmen. Man muss sich wirklich kennen, sich vertrauen, aufeinander Rücksicht nehmen, Gedanken/Gefühle miteinander teilen und sich darüber im Klaren sein, dass man nicht nur gerade ins Kino zusammen geht, sondern 6 Wochen lang Tag und Nacht aufeinander hockt. Ehrlich gesagt hatten wir kein einziges Mal Streit, auch wenn es mal schweigsamere Tage gab. Wir haben jetzt eine gemeinsame Erinnerung, eine gemeinsame Zeit, an die wir uns immer zurückerinnern können und die uns auf Lebzeiten miteinander verbinden wird.

 

Unsere absoluten Highlights auf Bali waren die Gili-Insel, der Schnorchelausflug im Glasbottom-Boat mit den wahnsinnig tollen Fischen und Korallen, das Fallschirmfliegen, "Surfen" in Jimbaran, die Stadt Ubud mit dem Monkey Forest und den Künstlervierteln, die Tempel mit den Sonnenuntergängen, die Nordtour zu den Seen und Vulkanen und unsere schönen Abendessen am Strand. 

 

Besonders beeindruckt haben uns hier die große Rolle der Religion, die vielen Rituale, Opferungen, die Einfachheit und Leichtigkeit der Balinesen, ihre Freundlichkeit aber auch ihre nationale Verbundenheit. Die anderen Gerüche auf den Straßen, der Verkehr, das Chaos, die kleinen Garküchen, die Einheimischen, die überall beisammen sitzen, die unzähligen geschmückten Tempel, die uralten Dorfbäume, die Kostüme und Masken beim traditionellen Tanz, der krasse Gegensatz zwischen den verschmutzten, dreckigen und heruntergekommenen Vierteln und den gigantischen Hotels, die rücksichtslose Müllverbrennung, die Pflanzenwelt, die unterschiedlichen Regionen und Landschaften,  die Götter-und Dämonenwelt, die völlig andere Art zu leben/denken/glauben.

 

Wenn wir zuhause sind, werden wir sooooo unglaublich viel zu erzählen haben. Von Menschen und Pflanzen, Kultur, Religion, Lebensart, Traditionen, Bekanntschaften, Problemen, Abenteuern...Wie lange können wir davon berichten? 

 

Unser Leben lang.

strandwoche :-)

14Aug2014

Samstag:

Paulina war auf einmal krank und so konnten wir beide den ganzen Tag überwiegend im Bett verbringen. Morgens gab es Haferschleim. Haferflocken mit heißem Wasser anrühren, Honig und Zucker rein, umrühren, fertig. Wir versuchten Filme am Laptop zu gucken, was aber leider nicht funktionierte. Gegen halb 5 ließen wir uns von unserem Taxifahrer-Freund am Haus abholen und zum Uluwatu-Tempel fahren. Die Fahrt dauerte etwa eine Stunde; der berühmte Wassertempel liegt ganz im Süden der Bukit-Halbinsel direkt an einer Steilklippe. Der Sonnenuntergang hier war einfach traumhaft zu beobachten; riesige Wellen brachen an den Felsen und überall kletterten kleine Äffchen herum. Diese waren mal wieder ganz schön aggressiv und einer attackierte sogar Paulinas Rucksack, riss einen Murmelanhänger ab, stopfte sich das Ganze in die Backentasche und war damit erst einmal beschäftigt. 

Während der Rückfahrt ging es Paulina immer schlechter. Wir hielten noch am großen Supermarkt für unseren Abendeinkauf, fuhren mit vollen Tüten in die Villa und Krissi begann, ein "Kraftessen" zu kochen. Heiße Suppe, Strammer Max und Obstpudding. Das tat schon mal gut und durch das zusätzliche Antibiotika ging es wieder etwas besser. 

 

Sonntag.

Paulina: Immer noch krank und "homesick".Einen kompletten Betttag mit deutschem Heimatfilm. Leider war unser Kühlschrank vollkommen leer und der kleine Kiosk hatte geschlossen. Also mussten wir ein Stück zu einem kleinen Minimarkt laufen, wurden unterwegs von einem langhaarigen West-Typ widerlich angesprochen (wir seien "stupid bitches") und versuchten uns dann später an einem Fertigessen in der Küche. (Die Küche ist wirklich sehr einfach gehalten: Gasherd, Pfanne, Teller, Gabeln, Löffel, Salz, Pfeffer, Ende; und nicht gerade hygienisch:der Abfluss riecht erbärmlich )

 

 

Montag.

Um 10 Uhr ließen wir uns von unserem Fahrer abholen. Den stressigen Weg zum Strand tun wir uns doch nicht an, außerdem wäre das zu anstrengend mit einer starken Erkältung. 

Als wir am Jimbaran Beach ankamen, trauten wir erstmal unseren Augen kaum. Der Strand war vollkommen überspült mit Wasser, riesige Wellen schlugen gegen die Mauern vor den Strandbars und unzählige Surfer stürzten sich ins Meer. Gestern Nacht war Vollmond gewesen und die Flut am Morgen war daher unglaublich stark. Also setzten wir uns erstmal gemütlich in ein Café und warteten bis das Meer zurückgegangen war. Wir lagen den ganzen Tag in der warmen Sonne, bauten eine Burg, hörten Musik, sprangen in die Wellen und genossen das Leben. 

Abends kochten wir zusammen und hatten das Glück, dass das Filmegucken heute funktionierte.

 

P.S. Wir haben einen neuen Mitbewohner bekommen. Jeremy, junger Typ aus Sydney, will hierher ziehen, findet unser Englisch entsetzlich (wir auch!) und hat uns empfohlen, einmal surfen zu gehen.

 

Dienstag.

Es hat etwas sehr Praktisches, dass Jeremy hier wohnt. Er füllt den Kühlschrank und wir bedienen uns unauffällig an seinen Haferflocken. (Wir schenken ihm dafür einfach unser Bratfett und die packung Zucker...) Er hat eine riesige Packung Haferflocken, die jetzt leider durch uns um die Hälfte geschrumpft ist...Aber das schmeckt so gut abends im Bett...und zum Frühstück auch...Gleich nach diesem "leckeren Breakfast" ließen wir uns zum Beach chauffieren, genossen erstmal einen Donut, bis die Flut zurückgegangen war und spazierten dann ein langes Stück an dem unglaublich weiten Strand entlang. 

Am Nachmittag haben wir es dann tatsächlich gewagt. Wir haben uns 2 kleine Body-Boards ausgeliehen und haben das "Surfen" ausprobiert. Eine Stunde lang. Und es war einfach so was von wahnsinnig toll!!!!!!! Die Wellen waren hammermäßig hoch, sodass wir manchmal bis zu 30 Meter mit vollem Speed auf ihnen "brettern" konnten. Manchmal wurden wir ganz untergespült, das Wasser brannte in den Augen, aber wir konnten nur lachen und uns die nächste Welle schnappen. Stehen kann man auf diesen Styroporbrettern allerdings nicht...

 

Am Spätnachmittag setzte dann eine wirklich starke Ebbe ein. Jeden Abend ist der Strand dann richtig breit, überall kommen Krebse aus dem Sand und ein feiner Wasserfilm zieht sich über den ganzen Strand. Wir entschlossen uns, heute hier zu Abend zu essen und den Tag damit schön ausklingen zu lassen. Also suchten wir uns ein schönes Lokal (das, wo wir bisher immer waren), genossen Pizza und Burger und beobachteten den Sonnenuntergang, die vielen anrückenden Einheimischen, die Restaurants, die nun all ihre Tische im Sand ausbreiteten und sie mit Teelichtern dekorierten und die kleinen "tragbaren Garküchen", an denen Balinesen nun typisches Essen an ihre Landsleute verkauften. Es war wunderschön!!!

 

Mittwoch:

Nach dem Frühstück ging's wieder auf zum Strand. Der Tag verlief so herrlich wie die beiden Vortage auch. Vor allem die Abendsonne ist einfach immer wieder traumhaft. Dann gehen wir meistens rüber zu den Felsen mit den kleinen einzelnen Buchten und Steinen, schauen auf die Flugbahn und beobachten die startenden Maschinen. Wir haben uns entschieden, jetzt jeden Abend am Strand zu essen und die letzten Tage ganz zu genießen...

 

Wir melden uns am Samstag nochmal mit einem Abschiedsblog... Abends um 21.45 Uhr soll unsere Maschine gehen...

JIMBARAN!

08Aug2014

  • Hallooo! Hier kommt ein neuer Blog von uns!

     

    Am Dienstag haben wir einen klassischen Urlaubsstrandtag gemacht. Die Sonne ist unglaublich heiß hier! Man hält es kaum auch nur eine Stunde am Strand aus. Also haben wir uns später auf 2 schöne Liegestühle in unserem Stammrestaurant gelegt, Cocktail/Eiscafé genossen und die Seele baumeln gelassen. Abends sind wir wieder hier essen gegangen und haben uns beide ein tolles *Sanur-Abschieds-Gericht* gegönnt. Nach einem kleinen Spaziergang an der gemütlichen, beleuchteten Promenade sind wir dann wieder zurück ins Hostel gegangen.

    Jimbaran. 6.August:

    Heute morgen, nach zwei guten Bananen-Pfannkuchen, hieß es erstmal "Koffer packen" und langweilig warten. Um 12 Uhr gingen wir dann zum Taxistand, wo uns schon wieder unzählige dämliche Männer an den Fersen hingen. "Taxi? Yes?Yes?Taxiiiii!!!!" Immer schön geradeaus gucken! Unser gestern beauftragte Fahrer war natürlich nicht da und keiner wollte uns für die verhandelten 80.000 Rupiah nach Jimbaran fahren. Alle Mittel zwecklos! Nach einiger Warterei wurden wir dann aber für 130.000 Rupiah doch noch fündig. Nach einer etwa 30minütigen Fahrt kamen wir in einer größeren, sehr ländlichen Straße an. Hier stehen viele normale Wohnhäuser, aber auch einige große Villen. Unser Haus ist gigantisch. Der Inhaber Charles (vermutlich Engländer oder Amerikaner), mit dem wir schon seit Wochen in Kontakt stehen, hat uns sehr, sehr freundlich empfangen, alles erklärt und uns seine balinesische Gehilfin "Krisna" vorgestellt. Sie ist quasi hier unsere Ansprechpartnerin vor Ort und führt gleich um die Ecke einen kleinen Kioskladen. Wir leben tatsächlich alleine in dem großen Haus, haben ein schönes Zimmerchen mit herrlichem Bett, es gibt einen tollen Balkon auf unserer Etage, zwei Wohnzimmer mit Fernsehern, eine einfache Küche und einen kleinen Garten. (Mit Hahn und Hennen, vermutlich von nebenan)

    Leider sind wir hier total weit weg vom Schuss, das Haus liegt auf einem Berg; der Strand zu Fuß nur schwer und in mindestens 60 Minuten zu erreichen. Daher haben wir den ersten Tag auch nur auf dem Balkon gesessen, Musik gehört und den Umzug "sacken gelassen".

    Am Nachmittag sind wir ins kleine Kiosk gegangen und haben uns ein "ganz balinesisches Gericht" gekauft. Eine kleine Packung mit Asianudeln und Gewürzpäckchen. Alles ins heiße Wasser, fertig ist das, was der typische Balinese täglich isst. Am Abend haben wir uns nochmal bei Krisna eingedeckt und auf den 2 Gasplatten was zu essen gezaubert. Richtig cooles WG-Feeling, und das in einer großen Traum-Villa 12061km von Zuhause entfernt. Irgendwie verrückt... Danach nutzten wir die tolle Internetverbindung aus und guckten gemütlich einen Film im Bett.

     

    Am Donnerstagmorgen haben wir uns tatsächlich an den langen Weg zum Strand gewagt. Zwischenstopp im großen Supermarkt-Paradies.. Für jeden haben wir dann eine große Tüte Milchbrötchen und Bananen gekauft. Einfach, aber praktisch zum Mitnehmen für einen Strandtag. Die Hitze war kaum auszuhalten, der Weg ging permanent direkt an der Hauptstraße entlang, neben unglaublichen Raudi-Fahrern und stinkenden Müllfeldern. Wir haben mehrere Leute nach dem Weg gefragt und es ist unglaublich, aber keiner hatte mit dem Wort "Beach" etwas anfangen können. Wir musste erst Pantomime hinzufügen, um eine einigermaßen zufriedenstellende Antwort zu erhalten.
  • Jimbaran Beach (jedenfalls der Teil, an dem wir rausgekommen sind) ist himmlisch. Ein ganz langer, feinsandiger Surfer-Strand mit wahnsinnig starken Wellen zum Reinhüpfen und ganz flachem Wasserstand. An der Seite gibt es kleine Felsenbuchten, viele Muscheln und Fischlokale mit den berühmten Meeresfrüchten aus Jimbaran.

    Für den Rückweg nahmen wir uns ein Taxi, die Fahrt dauerte nur 5 Minuten. Wahnsinn! Zu Fuß waren wir eine Stunde unterwegs. Der Fahrer war super cool* Wir haben ihn jetzt für jeden Tag arrangiert, seinen Kontakt schon bei whatsapp hinzufügt. Er hofft jetzt auf das Geschäft des Jahres. Zuhause haben wir uns Nudeln gekocht (nach einem kurzen Gasausfall, aber der jüngere Bruder von Krisna hat uns geholfen) und noch gemütlich einen Film geguckt. Lustig, in einer balinesischen Siedlung alleine in einem Haus zu wohnen ohne andere Urlauber....

    Freitag. Zähne in der Küche geputzt und auf ging's zum Strand (P.S. das Krahn-Wasser stinkt hier übrigens richtig ekelhaft)...Dieses Mal probierten wir den anderen Weg aus. Er ging erst durch eine absolute Buschlandschaft mit brennender Sonne am Himmel.(Die Vegetation ist hier ganz anders; viel viel trockener und sandiger als in Ubud.) Danach folgt der Part direkt am Straßenrand...sehr angenehm!

    Am Strand angekommen haben wir erstmal unsere Milchbrötchen-Reste verdrückt und einfach nur auf den Tüchern gelegen. Im Hintergrund immer die Resort-Hotels mit tollen Gärten, Pools, Liegestühlen und Kellnern mit den tollsten Cocktails....Aber wir sind eben mehr die Sorte "Backpacker";das muss man auch mal gemacht haben im Leben. Einfach und abenteuerlich leben. Sehr spontan, offen für jedes Problem ..haha! .Am Strand ist eine ganz breite Fläche mit nur ungefähr einem halben Zentimeter Wasser. Da sind ganz viele kleine Krabben, die einem über die Füße huschen und sich kleine Löcher graben. Der Sand ist hier weiß mit schwarzen Mustern. Das sieht unglaublich toll aus. Wie Marmor. Später gab es noch unser Lieblingseis...

    Die Fischrestaurants strahlen einen ganz schön intensiven Geruch aus...Krissi würde hier jedenfalls im Leben nichts essen, wo sie sowieso kein Fisch isst...haha

    Auf dem Rückweg hat der Taxifahrer noch am Supermarkt auf uns gewartet und uns dann schön mit den Einkäufen fürs Abendessen zuhause abgeliefert. Heut gab es Würstchen, Salat, Kartoffeln und Grießbrei für schlappe 3 Euro etwa. Die Währung gefällt uns! Das Essen klingt lecker, ist es aber nicht so...Würstchen sind hier etwas seeeehr anderes , das Wasser für den Grießbrei mussten wir in der Pfanne erhitzen. Ist das alles witzig*!!! 

     

    P.S. Die tollen Bilder gibts jetzt alle zuhause. P.P.S. Pauli hat eine riesige Tüte mit den größten Muscheln und Korallen für ihre Familie. Krissi hat Muscheln gesammelt um ihre neue eigene Wohnung zu dekorieren. Und was fällt uns ein? Das geht ja gar nicht mit dem Zoll! 

4.august :)

04Aug2014

 Hallo aus Sanur! Krissi liest gerade mein Buch, ich habe leider nichts mehr zum Lesen übrig und Krissis vorige Lektüre ist mir einfach zu kompliziert. :) Wir liegen auf 2 Liegestühlen am Strand und genießen 2 herrliche Eiscafés. (Endlich finde ich Café lecker!!!Ein guter Fortschritt!) Vor 1 Stunde sind wir von unserem Ausflug zurück gekommen, aber ich erzähle jetzt lieber alles schön der Reihe nach. 

 

Am Sonntagmorgen haben wir einen langen Spaziergang an der Strandpromenade gemacht. Wirklich ein paar Stunden lang! Wir sind einfach immer weiter gegangen und haben dabei den angenehmen , salzigen Meereswind genossen und über unsere derzeitige Situation geschwärmt. Der Strand hier ist wunderschön und glücklicherweise gar nicht sooo touristisch. Die meisten Urlauber sind nämlich ruhige, reichere Familien und Hochzeitspaare in den 5sterne- Hotels...Es sieht hier ein bisschen aus wie in der Karibik hier: Ganz weißer Sand, schiefe Palmen auf die man sich legen kann, bunte Fischerboote, quirlige Verkäuferinnen in bunten Sarongs und kleine Garküchen mit frittierten Bananen, gegrilltem Mais oder frühreifen Kokosnüssen zum Trinken. Die Warungs (Garküchen) sind vor allem für die Einheimischen. Touris trauen sich da nicht so oft ran...Aus Angst vor Magenproblemen. Die Sonne ist tierisch heiß hier und das Meer angenehm warm, wir fühlen uns soooo viel besser jetzt! (Und nicht mehr so übertrieben sparsam sein!) Ab jetzt ist einfach Urlaub angesagt und man sieht es an unseren Gesichtern, dass wir aufatmen und uns endlich entspannen können. 

 

Unser Hostel ist ganz klassisch wie man sich das für junge Urlauber vorstellt: In einer Straße gleich am Strand, mit kleinem Restaurant und dem Schild "Rooms". Morgens gibt es "continental breakfast"; man hat die Wahl zwischen "Toast mit Marmelade", "Bananenpfannkuchen", "Ei mit Reis" oder Obstsalat. Leider kann man nicht switchen und Toast mit Ei bestellen...Das ist für Balinesen schon zu kompliziert...haha...

Täglich werden unsere Betten frisch gemacht und man fühlt sich beim Einschlafen richtig wohl. Vor allem die beiden Besitzer "Agus und Sue" sind sehr lieb und herzlich. 

 

Sonntagmittag haben wir uns dann ein Taxi zum Wassertempel "Tanah Lot" bestellt. (Eigentlich gibt es hier fast nur private Taxianbieter, die dich an jeder Straßenecke förmlich bedrängen, wir antworten jetzt immer richtig frech auf trierisch! :-D)  

Der Tempel verlangte mal wieder Eintrittsgeld, obwohl er geschlossen war. Es wimmelte nur so von asiatischen Touristen mit riesigen Tablets zum Fotografieren. Man konnte ein Stück zum Tempel durch das Meer waten und wurde dort mit heiligem Wasser gesegnet. Dabei bekam man die typische Bali-Blume hinter das Ohr gesteckt und ein wenig Reis auf die Stirn. Danach setzten wir uns auf eine Wiese und beobachteten den traumhaften Sonnenuntergang mit tosenden Wellen und einem kleinen Nebentempel im Vordergrund. Lustiges Erlebnis: Andauernd wurden wir von Asiaten und Muslimen gebeten, ein Bild mit ihnen zu machen. Vor allem die Männer, aber auch ganze Familien. Sehr mysteriös...

 

Montag: 

Nach dem Frühstück wurden wir vom nächsten Taxi abgeholt und nach Nusa Dua gebracht. Hier gibt es wirklich unfassbar krasse Hotels mit Schranken und Wachen...Der Taxifahrer war super blöd; er konnte nicht einmal "where do you drive?" verstehen und nur "Müller, Champion, Germany good Land" sagen. Die Organisation am Strand bestand aus jungen Männern, die uns hocherfreut begrüßten und nur "beautiful Paulina, beautiful Kristina" über die Lippen brachten. 

 

Die gebuchte Tour war leider nur für 2 Stunden gedacht, anstatt wie erwartet für den ganzen Tag. Naja, wir bekamen Flossen und Schnorchel-Equipment, dann ging es auch schon zu dem kleinen Boot mit Fahrer, das nur für uns beide gedacht war. Wie toll! Wir hielten nach kurzer Fahrt etwas außerhalb vom überfüllten Strand und konnten in den Riffen schnorcheln. Es war einfach nur unglaublich!!! Wir sahen die buntesten Fische (fast alle aus dem Nemo-Film), Seesterne und Anemonen. Paulina ertauchte riesige Muscheln und wir beiße quiekten euphorisch durch die Schnorchel "Guck mal, hier, komm mal!!!" Der liebe Steuermann machte die ganze Zeit Fotos von uns; gegen den Kauf einer Unterwasserkamera haben wir uns nämlich gewehrt. Erstens zu teuer und zweitens ist es viel schöner, einfach manche Bilder nur im Kopf zu haben. Danach ging es mit Speed quer über den dreckigen Industriehafen zur Schildkröteninsel. Man bekam direkt einen privaten Guide und wurde von einer Attraktion zur nächsten geführt. Überall wurden Fotos von uns gemacht, ausgedruckt und zum kauf präsentiert. Zuerst bekam man eine Schildkröte auf den Arm (hier auf der Insel ist ein Turtle- Rettungscenter), dann einen großen Vogel, eine Schlange und eine riesige Fledermaus, die man an den Füßen halten und schaukeln muss. 

 

Zum Schluss ging es zurück zum Strand, wo alles nur so von Touristen wimmelte. Überall gehen Fallschirme in die Luft, an jeder Ecke starten Jetskifahrer und Boote. Eine riesige Menschenschlange wartete darauf, für ungelogen 20 Sekunden am Fallschirm in die Luft zu fliegen. Man bekam einen roten und einen blauen Handschuh an und hob unmittelbar vom Strand ab. Unten stand ein Mann mit roter/blauer Fahne, der dir nach kurzer Flugzeit per Mikrofon den Befehl gibt, das blaue/rote Seil kräftig zu ziehen. Nur wenn man das beherrscht, kann man sicher auf dem Sand landen. Krissi hat so was noch nie gemacht, Paulina nur gemeinsam mit ihrem Vater. Leider durften wir nicht zusammen fliegen, das machte den Adrenalinkick etwas größer. Aber wir haben es tatsächlich alle beide gemacht! Es gibt Beweisfotos für alle Skeptiker! 

 

Heute Mittag am Strand kam eine lustige Obstverkäuferin, die Krissi an den Füßen gekitzelt hat und dabei lachte wie eine Hexe. !!!

Jetzt gehen wir gleich in unser Lieblingsrestaurant an den Strand essen und danach auf den Nachtmarkt von Sanur. :-) Bis bald :* 

P.s. es gibt so tolle Bilder, aber das Laden ist einfach zu langsam!  

sanur, 2.august

02Aug2014

Hallo :) 

 

Heute morgen war es chaotisch. Die Nacht war für uns nur genau 2 Stunden lang gewesen. Wir hatten unheimlich viele winzige Maden im Bett, was uns gestern Abend echt sehr erfreut hat. Der Knüller am Morgen: es gab hier kein Frühstück, nur Kekse und Tee. Dabei haben wir das ausdrücklich dazu gebucht gehabt. Gut, dass wir aus unserer alten Küche noch trockenes Toast und Bananen dabei hatten. Wir sind dann ziemlich direkt zum großen Supermarkt spaziert. Aber war natürlich klar, dass es auch hier wieder nichts wirklich Essbares gab. Nur Chips, Kekse, Krabbentaccos, feuerscharfe Tütensuppen und abgepacktes Brioche. Nichts Salziges, Herzhaftes! Wurst gibt es hier nur in einer Variation: sieht aus wie ein Bifi, hat die Konsistenz von /Leberwurst und ist dazu gedacht, in den Mund gedrückt zu werden. Also kaufen kann man hier ehrlich fast GAR NICHTS. Jede von uns nahm sich letztlich dann ein großes Brioche, das aber leider mit Buttercreme befüllt war...das Ganze lag dann schön im Rucksack bei 30 Grad. Aber die creme haben wir abgemacht, damit es sich noch hält und nicht schlecht wird. Naja, unsere Mägen sind mittlerweile sowieso einiges gewohnt. Haha. Und nicht nur unsere Mägen... 

 

Den Vormittag lagen wir schön am Strand. Die Händler, Jetski-Anbieter und Massier-Frauen nerven zwar etwas, und das Meer wie auch der Strand ist voller Plastik, aber es ist super heiß und entspannend, wir liegen mit Musik im Sand und genießen den angenehmen Wind um die Ohren. 

 

Gestern Abend war es übrigens sehr schön. Wir haben gut und lecker in einer gemütlichen Strandbar gegessen, haben die Sterne beobachtet und Live-Reggae-Musik gehört. Hier reihen sich mehrere exklusive Hotels aneinander und es gibt eine schöne Promenade zum Schlendern. 

 

Die gute Nachricht von heute=wir haben uns ein neues Hostel gesucht, gleich um die Ecke und dort einen schönen Preis ausgehandelt, inklusive frischem Frühstück. Perfekt.* Sogar noch billiger als das alte "Hotel". Und wesentlich nettere Inhaber. 

Mies: wir sollen jetzt beide Hotels bezahlen. Vielen dank auch! Aber in der Differenz kommen wir doch noch auf dasselbe raus, weil wir jetzt eben ein billigeres Hotel haben und von dem anderen nur einen Stornobetrag zahlen müssen. 

 

Am Nachmittag sind wir an der Promenade ganz weit entlang spaziert. Vorbei an mehreren Strandabschnitten. Wir haben uns ein erfrischendes Cornetto-eis gegönnt (Paulina sowieso täglich), das trockene Brioche gefiel uns nicht mehr so gut. Haha...

 

Die Abendsonne ab halb 4 tut hier immer sehr gut und hat eine beruhigende Wirkung. Der Strand hatte sich gegen halb 5 total gefüllt. Viele Balinesen verbringen hier am Wochenende wohl den Feierabend, die Bucht war voll von Einheimischen, die sich an den kleinen Warungs frittierte Bananen kaufen und die Zufahrtsstrase mit ihren Rollern zuparken. Paulina hat heute ziemlich intensiv "Farbe bekommen". Braun und ganz schön rot zugleich. 

 

Am Abend sind wir nochmal in ein richtig schönes Strandrestaurant essen gegangen. Es war schon dunkel und wir saßen direkt am Strand im Sand, mit Blick auf das rauschende Meer und die Ebbe. Krissi hat sich eine tolle Pizza bestellt und Paulina einen total leckeren gegrillten Thunfisch. Das war so gemütlich und schön, es geht uns richtig gut gerade. Gleich gibt es noch Live- Musik und nachher fallen wir totmüde in unsere Betten.

 

Von hier aus sieht man übrigens auch immer die Flugzeuge abheben wenn man in den Himmel schaut...in 2 Wochen sind wir wieder zuhauuuuuuuse!!!!!!!!!!! Jippiuiueh!!!!! 

 

Morgen wollen wir mit dem Shuttlebus nach Westen fahren und den Sonnenuntergang am Tanah Lot Tempel anschauen. Übermorgen machen wir die schiffstour mit schnorcheln, Turtle island und Parasailing. Am Dienstag wollen wir nach Denpasar, möglichst den Nachtmarkt der Hauptstadt erleben. 

 

Bis Mittwoch sind wir noch hier in Sanur, dann kommt die Ferienwohnung in Jimbaran. ;) bis bald!!!! 

 

P.s. nicht den Blog von gestern vergessen...Und Bilderladen dauert hier leider zu lange...

 

4.Woche

01Aug2014

4 Wochen haben wir das Projekt jetzt durchgehalten. Es gab viele Momente, die wirklich nicht so einfach waren und Tage, an denen wir lieber an einem anderen Ort gewesen wären. Unsere Organisation hier vor Ort wirft viele Fragen auf; eigentlich sind alle Freiwilligen enttäuscht und brechen das Projekt frühzeitig ab, trotz der hohen Kosten, auf denen man sitzen bleibt.

 

Dennoch haben wir sehr viel Gutes und Schönes erlebt, was absolut im Vordergrund steht. Einen Monat lang haben wir in einem kleinen, typisch balinesischen Dorf gelebt, inmitten von Reisfeldern, einheimischen Familien, Hühnern, freilaufenden Straßenhunden, Müll, Sonne, Regengüssen, unglaublicher Natur und wunderschönen Tempeln. Unsere Reise nach Bali hat an einem Ort angefangen, an dem es uns möglich war, die Kultur und die Menschen des ursprünglichen, echten Balis mitzuerleben und ein Teil davon zu werden. Ein Teil des Dorfes und der hier lebenden Familien.

Die Freundlichkeit der Balinesen, die Opferrituale und -darbringungen am frühen Morgen, die an der Straßenecke sitzenden Männer mit ihren Kampfhähnen, umherwandernde alte Balinesen, Frauen mit riesigen Einkaufskörben auf den Köpfen...diesen ganzen Alltag konnten wir täglich mitverfolgen.

Unsere Villa war am Anfang eher abschreckend. Die Mitbewohnerinnen, die unhygienische Küche, das kalte Essen auf der Fensterbank, kein Tisch, keine Stühle, kein Wohnraum. Aber mit der Zeit haben wir uns daran gewöhnt. Wir haben uns selbst etwas gekocht wenn es gar nicht anders ging, aber auch die balinesische Küche kennengelernt und angenommen und uns von den lieben Frauen bekochen lassen. Die riesige Reisschüssel schon am Morgen, das bunte Gemüse, Hähnchenfleisch und Sojagerichte, Erdnusssoßen, Bananenpfannkuchen und trockenes Toast zum Frühstück. Der Essensduft, wenn wir nach Hause kamen, war eigentlich immer herrlich und der Anblick der 3 Frauen mit den ausgenommenen Hühnern auf unserem Küchenboden irgendwie gemütlich.

Allein der Geruch von Bali ist so anders, die Umgebung, die Geräusche. Jede Nacht krähen die Hähne ab 4 Uhr, es riecht nach Räucherstäbchen und frischem Reis, nach tropischer Vegetation. Wir sind durch die Reisfelder gewandert, haben einfach am Männertreffplatz im Dorf gelesen und ein Nickerchen gemacht, wir haben Straßen und Gassen erkundet, jeden Tempel betreten, wir haben die Kinder unterrichtet und in 2 Kindergärten mit ihnen gespielt. Wir haben an einem Batikkurs teilgenommen, sind einen Samstag in den Norden gefahren, haben Opferschalen gebastelt und balinesisch kochen gelernt. Wir waren in einem typischen Lokal essen, haben Kokosnusssaft getrunken, mit fremden Menschen Gespräche begonnen, im Reisfeld geschlafen und Balis Herz und Kulturzentrum "Ubud" mit all den Künstlern, Souvenirläden, Cafés, Motorrädern und Affen entdeckt.

Und auch ohne geplantes Riverrafting und Elefantenreiten haben wir tolle Momente erlebt und viele Eindrücke gesammelt. Trotz den ganzen unangenehmen Erfahrungen und dem ständigen Schulausfall (Langeweile) haben wir nicht aufgegeben und uns weiter zusammen durchgekämpft.

So sah unsere letzte Woche in Penestanan aus:

Am Montag sind wir, trotz unseres freien Tages, schon früh aufgestanden und zum "rice field house" gegangen, wo wir für die nächsten 2 Stunden unsere erste Yoga-Stunde haben sollten. Mit der Erwartung einer entspannenden Meditation nahmen wir auf nach Käsefuß duftenden Yogamatten Platz und lauschtem den nette Balinesen auf der "Vorführ-Matte".Während Paulina ihre Hände nicht einmal annähernd zu den Fußspitzen bewegen konnte und die Hälfte der Übungen nur "provisorisch" mitmachte, knackte bei Krissi beim Nachmachen der Bewegungen das ganze Skelett. Tage später plagte sie noch der Muskelkater...Am Nachmittag lasen wir wieder im Reisfeld unsere letzten Bücherreserven aus und wurden von einem freundlichen holländischen Hotelbesitzer zu einem kleinen Strohhaus geführt, um dort besser sitzen zu können. Sehr nett!

Dienstag: Schon direkt nach dem Frühstück nach Ubud geschlendert. Heute war großes Souvenir-Shoppen angesagt, damit wir unseren Familien auch ein bisschen Bali mit nach Hause bringen können. Im Feilschen sind wir richtig gut!! Wirklich! Wegen der unerträglichen Hitze und den Abgasen setzten wir uns die nächste Stunde in ein Café und genossen ein schönes, dickes Eis. Anschließend suchten wir 2 Stunden nach dem einen "Spa", wo es Massagen für 30.000 Rupiah geben sollte. Die Besitzerin war unglaublich nett und hocherfreut, dass wir ihr Unternehmen wahrnahmen. Leider war das Ganze eher ein stinkendes Wohnhaus mit dunklem Raum und zwei fiesen Pritschen. Egal! Es hat gut getan und die Herzlichkeit der Frau hat alles wieder gut gemacht. Einziges Problem: Es gab nur ein Hockklo, das Paulina vor ihrer Massage einige Schwierigkeiten bereitete. Wie sie das Problem löste, bleibt unser Geheimnis. Am Abend kochten wir uns einfach selbst Spaghetti mit Tomatensoße und bedienten uns einfach -wie immer- an den Essensvorräten. (haha)

Mittwoch: Heute fuhren wir in einen neuen Kindergarte nach Gianyar. Die Kinder unserer Gruppe verstanden eigentlich gar nichts von dem, was wir sagten...Also fingen wir an zu malen. Auch kannte man hier keine Lieder und englischen Spiele, aber irgendwie haben wir die 2 Stunden überlebt. Am Nachmittag hatten wir endlich mal wieder Unterricht in der Grundschule. Das dritte Schuljahr ist wirklich süß. Wir malten, spielten Memory drinnen und draußen und ließen die Kleinen von der Tafel abschreiben.

Donnerstag: Für heute haben wir uns einen Entspannungs-Abschluss-Tag vorgenommen. Wir sind in das nahegelegene Exklusivhotel "The Mansion" und haben für 30.000 Rupiah (2Euro) p.Person einen Pooltag gemach, schön in einem Himmelbett gelegen und englische Cosmopolitan gelesen. Abends war dann die letzte Dinner-Party. Wir saßen am Tisch mit Micky und Lotte, den beiden Holländern, mit denen wir schon viel zusammen im Kindergarten waren. Nach dem Essen dann noch ein bisschen gepackt und im Bett einen Film geguckt. :)

Freitag: Nach dem Frühstück warteten wir die ganze Zeit, dass es endlich 12 Uhr sein würde. Kurz nach dem Mittagessen gingen wir uns dann im Office verabschieden.Chitti, unsere "Chefin" hat uns in den Arm genommen und uns gebeten, eines Tages mit unseren Familien zurückzukommen...Jaja...Wer weiß...Kurz darauf fuhr uns ein Taxi (kostenlose Entschädigung, die wir uns von GreenLion erzwungen haben) nach Sanur. Hier angekommen gab es erstmal Hotel-Probleme. Man kannte uns nicht, man kannte unsere Buchung nicht. Aber ein Zimmer haben wir doch noch bekommen, wenn es auch vollkommen anders aussieht als im Internet. Es wird ausreichen bis Mittwoch! Auch wenn das Klo schimmelt und die Dusche nur kalt ist. Wir sind quasi direkt am Strand und die Anlage sieht ganz schön aus. Gleich gehen wir in eine schöne Strandbar essen und suchen uns irgendwo ein Plätzchen mit Live-Musik. :-) 

  Memory Kochkünste  Pool Hahnenkampf zimmer sanur strand

Gili Trawangan- der schönste Ort der Welt!

27Juli2014

Selamat sore nach Deutschland! 

Unser Wochenende auf Gili Trawangan war trauuuuumhaaaaft!!!!!

 

Am Samstagmorgen sollten wir um 7.00 Uhr von einem Shuttlebus vor dem Café Vespa abgeholt werden. Die Nacht über war wieder Stromausfall (keine Klimaanlage, jippieh!) und so gab es nur ungetoasteten Toast mit Schoko-Cornflakes als Belag zum Frühstück und Lunchpaket. Lecker! 

Während dem Warten auf den -natürlich wieder- verspäteten Bus nahmen wir noch mit Mikky und Lotte (zwei Holländerinnen vom Projekt, die denselben Trip vor sich hatten) die heilige Anti-Malaria-Pille ein!  Wenig später starteten wir dann mit unserem Gepäck die Autofahrt nach Padang Bai. Es war ein schöner Morgen mit viel Sonnenschein und man konnte wieder wunderbar die Landschaft mit all ihren Dörfern, Tempeln, Morgenmärkten und Wäldern genießen. Leider sahen wir auch Wälder und Flussbetten, die nur aus Plastikmüll bestanden, sodass man den Boden gar nicht mehr erkennen konnte. Und das, obwohl Bali eine Insel mit soooo wunderschöner Natur ist!!!! 

Im Hafen angekommen, stellten wir erst einmal fest, dass unser Boot doch ein kleines Random-Boot war, wir mit einer völlig anderen Gesellschaft hinüber geschippert werden sollten und das Schiff auch viel später losfährt als angegeben. Um kurz nach 10 kämpften wir uns mit den anderen Passagieren über den langen Steg mit den Obsthändler(Körbe immer auf dem Kopf) und stiegen in das kleine Speedboot. Die Fahrt über das klare, dunkelblaue Meer dauerte 1,5 Stunden und war ganz schön rasant und wellig.  Schon von weitem sahen wir, dass wir uns einem absoluten Paradies näherten. 

 

Angekommen auf der kleinen Atoll-Insel wurden alle Menschen samt Koffern schleunigst entladen und halb im Wasser "vom Boot geworfen". Der Strand, das Meer, der kleine Hafen; alles war wie in einem Traum. Die Mittagshitze war jedoch unerträglich geworden und es dauerte ewig lange, bis wir unser Bungalow gefunden hatten. Irgendwann führte uns ein einheimischer Junge zum Hostel, allerdings wurden wir in eine andere Unterkunft "umgelegt" wegen irgendwelchen Wasserschäden. Der Typ vom Hostel kapierte eigentlich gar nichts, aber irgendwie konnten wir uns doch noch verständigen, kurz das Zimmer checken und endlich zum Strand losziehen. (Achso, auch hier war Stromausfall, für Klimaanlage hätten wir draufblechen müssen...)

 

Wir versorgten uns erst einmal mit Eis, Keksen und was Kaltem zu trinken, schlenderten die wunderschöne Uferpromenade entlang und ließen die angenehme, entspannte Atmosphäre auf uns einwirken. Überall waren junge Leute unterwegs, meist Backpacker; es gibt unzählige kleine Touristenläden, es duftet nach Meer, Sand und frischem Fisch oder Pizza aus den Restaurants. Wir setzten uns an den Strand, der überhaupt nicht so überfüllt war wie erwartet und sprangen nach kurzer Zeit in das hellblaue, kristallklare Wasser. Den Nachmittag über verbrachten wir mit sonnen, baden, Sandburgbauen, unglaublich tolle Muscheln- und Korallensammeln (Pauli besitzt eine ganze Tüte, die nach Meer riecht) , wir sprühten uns stündlich mit Mückenspray ein und redeten eigentlich die ganze Zeit über dasselbe Thema: wie wunderschön und unwirklich das hier doch eigentlich ist! Wir beide waren uns einig, dass wir schon lange nicht mehr SO glücklich waren und an überhaupt NICHTS Negatives gedacht haben. 

 

Gegen Nachmittag spazierten wir zum Nordende der Insel, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Dort gab es auch zahlreiche Sandbänke und Korallen direkt am Strand, wo Paulina sekündlich nur noch "Oh, ich hab noch ne Muschel!" rief. Viele Boote, die mit Touristen beladen von Schnorchel- und Tauchausflügen an den nahegelegenen Riffs oder den beiden kleinen Nachbarinseln kamen, fuhren allmählich wieder in den Hafen ein. Leider reichte bei uns die Zeit nicht, um auch eine solche Tour zu machen, aber trotzdem haben wir alles genossen und uns fest versprochen, später mit unseren Familien noch einmal hierher zu kommen. Die untergehende Sonne und der unglaubliche Sternenhimmel am Abend waren soooo traumhaft toll und wirklich unvergesslich. Auch in schlechten Zeiten können wir uns daran erinnern und wir haben jetzt genug Energie getankt für die nächsten, letzten 5 Tage in Penestanan. 

 

Zum Abendessen gingen wir in ein schönes Strandrestaurant und bestellten uns dort gemeinsam die teuerste Grill-Steak-Platte. (Wir gingen fest davon aus, eine stattliche Männerportion zu bekommen!) Allerdings kam nur eine mickrige Frauenportion, die zwar herrlich schmeckte, aber nicht satt machte. Also Kekse/Eis/Milchshake hinterher....Den Rest des Abends verbrachten wir mit Bummeln und in 2 gemütlichen Sitzsäcken in einer Tapas-Bar. Eine Strandparty haben wir nicht gestürmt, aber vielleicht haben wir in Kuta oder Sanur dazu noch eine Gelegenheit. 

 

Die zwei großen Einzelbetten waren ganz angenehm zum Schlafen und pünktlich um 6.00Uhr morgens brachte uns eine nette Frau ein Tablett mit dem bestellten Frühstück. Es gab Bananen-Pfannkuchen, Rührei mit Speck, gebratenen Toast und Orangensaft. Extra so früh, damit wir den Sonnenaufgang gucken konnten. Den ganzen Morgen verbrachten wir am Strand, aber schon um 8.00 Uhr wurde es richtig heiß. Eigentlich hätten wir nochmal ins Wasser gehen sollen...Gegen 12.00 Uhr mittags fuhren wir zurück. Erst um 16.00 Uhr nachmittags wurden wir in Penestanan abgeliefert, nachdem wir beim Taxifahrer darauf bestanden hatten, dass er uns bis in unser Dorf fährt und nicht nur nach Ubud -Stadtmitte. So, wie wir es gebucht hatten!!! 

Zuhause im regnerischen Penestanan wurde erst einmal die Wäsche per Hand gewaschen, die Muscheln geputzt , das Abendessen verdrückt und die gemachten Fotos bestaunt. Morgen früh um 7.00 Uhr: Yoga-Lesson!!!

 

Bis morgen!! :-* Paulina & Krissi

P.S. Die richtigen "Baywatch-Bilder" können wir leider nicht veröffentlichen. 

Korallen

Freitag, 25.Juli

25Juli2014

Helloooo again! Nach längerer Zeit :)

 

Die Woche war ein bisschen turbulent bei uns gewesen. Roller-Fauxpas, Magenprobleme, Portmoneeklau. Jetzt haben wir uns davon ganz gut erholt und ein tolles Wochenende steht uns bevor. Morgen früh um 7.00 Uhr werden wir abgeholt und nach Padang Bai an den Hafen gebracht. Dort startet unser "FastBoat" zu den Gili Inseln, mit einem Zwischenstopp auf der Insel Lombok. [Pluspunkt: Statt 1.200.000 zahlen wir dank einer Sondervermittlung durch unseren netten Kindergarten-Taxifahrer nur 400.000, Shuttle inklusive] 

 

Trotz den schlechten Erfahrungen der Woche haben wir auch ein paar positive Momente gesammelt. Wir haben mehrere freie Nachmittage gehabt, da wir uns eine neue Klasse zuteilen lassen wollten und das am Anfang nicht so reibungslos organisiert wurde. Das Wetter war diese Woche wunderbar, sonnig und richtig heiß. Eigentlich sind wir jeden Mittag mit unseren Büchern im Gepäck losgezogen und haben schöne Orte gefunden, an denen wir lesen können. 

Wir haben uns die Yoga-Matte aus unserem Haus mitgenommen und mitten auf einem der kleinen Pfade in den Reisfeldern ausgebreitet. Dazu gab es geschnittene Wassermelone, einen angenehmen Wind und jede Menge Sonne. 

Am Mittwoch sind wir noch einmal nach Ubud gegangen, haben uns den Händlermarkt angeschaut und neue Erfolge im "Feilschen" gemacht.  Der Weg von Penestanan nach Ubud ist schmal und anstrengend und führt am Ende über eine große Brücke. Von dieser Brücke aus kann man auf eine riesige Schlucht voller Dschungel-Vegetation blicken. In der Mitte schlängelt sich ein kleiner, hellblauer Fluss entlang. Ein neuer Platz zum Lesen!

Beim weiteren Erkunden der Gegend staunen wir noch immer über die herzliche Freundlichkeit der Balinesen. JEDER lächelt, sagt einem "Hello" und fragt, wie es einem geht. Wir wohnen inmitten von balinesischen Familien, neben unserem Haus spielen Kindern, Frauen waschen und kochen und die Männer sitzen mit ihren Hähnen schweigend im Kreis oder lassen Drachen auf dem Reisfeld steigen. 

Die Frauen, die bei uns kochen, sind sehr lieb & diese Woche haben sie wirklich richtig lecker gekocht. Es fühlt sich wie eine kleine Familie an, wenn sie den ganzen Tag über bei uns in der Küche stehen und dort auf dem Fußboden nicht nur Gemüse schnipseln, sondern auch ganze Hähnchen auseinander nehmen und eng aneinander gekuschelt Mittagsschlaf halten. 

Donnerstagabend war -wie die letzten beiden Wochen auch- Dinnerparty. Es gab ein wunderbares Buffet und leckere Obst-Bowle zum Nachtisch. Überall waren Kerzen aufgestellt und man saß wieder an den winzigen Tischchen mit den 10cm-Stempeln...Gemütlich! 

Zum Projekt: Unsere Arbeit im Kindergarten ging weiter. Wir sollen eigentlich jeden Tag dasselbe machen: Zahlen bis 10, ABC, Plumpssack, Fruits und Farben. Heute haben wir erfahren, dass wir nächste Woche einen Großteil frei haben (Zuckerfest der hier lebenden Muslime). Als Ersatzprogramm wird uns morgens von 7-9 Uhr Yoga angeboten...Und danach werden wir noch 2 Tage in einen anderen Kindergarten gehen; unser Schulunterricht war diese Woche wie gesagt ausgefallen, soll aber nächste Woche wieder stattfinden. 

 

Jetzt freuen wir uns erstmal auf Morgen. Wir haben ein schönes, kleines Hotelzimmer auf Gili Trawangan gebucht; wenn auch nur für eine Nacht...Und wir hoffen, am Sonntag das spätere Fastboat zurück nehmen zu können. Die meisten Schnorchelausflüge finden nur vormittags statt, die anderen zwei Inseln (Gili Air und Gili Meno) kann man den ganzen Tag über mit einem kleinen Boot besuchen. Wir hoffen, dass wir die Zeit dort nutzen und genießen können. (Mit viel Mückenschutz und langen Klamotten im Gepäck! ;) ) 

Bis Sonntag!!!!! Liebe Grüße nach Deutschland! 

 

Minggu!

20Juli2014

Hallo :) 

Heute haben wir -typisch für Sonntag/Minggu- nicht viel gemacht. Heute Mittag sind wir lecker essen gegangen in Made´s Warung, gemütlich neben einem großen Buddha-Brunnen. 

Danach sind wir zum Pool gegangen, allerdings wurde das Wetter schnell wieder schlecht. Später am Nachmittag haben wir wieder eine kleine Erkundungstour gemacht. In ein unglaublich tolles, chices Hotel um die Ecke, durch Gassen und Reisfelder, vorbei an den freundlichsten Menschen, an der dicht befahrenen Hauptstraße und kleinen Bächen mit verbranntem Hausmüll. Wir werden immer angehupt, weil wir meist auf der falschen Straßenseite gehen. Jaja, Linksverkehr! Wir wissen es! 

 

Zum Lesen gibt es jetzt nur Bali-Infos, die wir ganz spannend fanden und mal zusammengetragen haben. 

 

Zeremonien:

Nach 6 Monaten wird die neue Kinderseele den Ahnen und Familienseelen im Ahnentempel auf dem Familiengehöft vorgestellt. Man befragt dabei die Ahnen, um welches wiedergeborene Familienmitglied es sich handelt und nach seinem vorherigen Leben. So erfahren sie mehr über Vergangenheit und Zukunft dieser Seele und können das neue Familienmitglied besser eingliedern.

 

Sterben:

Mit dem Tod geht die Seele zurück zu Gott und wird Teil des göttlichen Ganzen. Die drei Elemente werden zurückgegeben: Wasser zu Meer, Knochen zu Erde und Luft zur Göttin Shiva.

Der Tod ist hier kein unendlich trauriges Ereignis wie bei uns im Westen. Es hat überwiegend positive Aspekte, weil man schließlich an die die Wiedergeburt (Zyklus der Reinkarnation) glaubt. Die Seele wandert nachts aus dem Körper heraus und begibt sich auf Wanderschaft. Was sie erlebt, erfährt der Mensch in seinen Träumen. Kehrt sie nicht zurück, gilt der Mensch als tot. Erst durch eine Verbrennung des ganzen Körpers gilt die Seele als frei und kann in den Himmel aufsteigen. Diese Verbrennungszeremonien sind große Feierlichkeiten. Der Leichnam ist reich verziert und aufgebahrt. Als Sarkophag dient ein großes gebautes Tier. Der Tote wird zuerst einige Zeit eingegraben, später dann noch einmal ausgegraben und nach einem lauten Glockenschlag im Dorf von vielen Menschen in alle Richtungen gewirbelt, damit die Seele im Körper verwirrt wird und um zu verhindern, dass sie sich zu weit entfernt und vor dem Verbrennen nicht mehr zurück kommt.

 

Der balinesische Hinduismus: (unterscheidet sich vom Hinduismus Indiens)

 

Die Grundlage bilden die folgenden 5 Grundprinzipien:

  1. Glaube an Sang Hyang Widdhi, den einzigen Gott (kein Buddha!!!)

  2. Glaube an Atman, die unsterbliche Seele

  3. Glaube an das Gesetz des Kharma

  4. Glaube an die Wiedergeburt

  5. Glaube an die Wiedervereinigung mit dem ewigen Geist

  6.  

Die vielen Götter und Dämonen sind lediglich verschiedene Erscheinungsformen des einen Gottes Sang Hyang Widdhi. Es gibt eine Vielzahl anderer Eigenschaften dieses großen Gottes, die symbolisch als Gott/Göttin angerufen werden können. Am wichtigsten sind Brahma (Gott der Schöpfer der Welt), Shiva (Zerstörer und Todbringer, auch als Erneuerer) und Wishnu (Beschützer). Bali ist die Heimat all dieser Götter, die Gipfel der hohen Berge sind die Orte, wo sie sich am liebsten aufhalten. Der Himmel wird von positiven, die Tiefe von negativen Mächten beeinflusst. Das Meer beheimatet die bösen Mächte, Monster und Dämonen.

 

Karma:

Die Seele ist an die weltlichen Umstände und Bedürfnisse gefesselt. Der Mensch muss sich davon lösen, denn nur dann kann sich die Seele „Atman“ mit seinem Schöpfer (Gott) wieder vereinen. Stirbt ein Mensch und die Seele ist nicht rein genug, muss sie zur Erde zurück und kehrt in einen neuen Körper. (Wiedergeburt) Noch einmal muss der Mensch versuchen, rein zu werden. Ist die Seele irgendwann Eins geworden mit Gott, wird sie göttlich, der Tote wird zum Bhatara, einem gottähnlichen Menschen. Nur die Brahmanen, Angehörige der obersten Kaste, können diesen Zustand erreichen. Angehörige niederer Kasten können, wenn sie entsprechend der Regeln gelebt haben, in eine höhere Kaste aufsteigen.

Es gibt drei Wege zur Erreichung der Wiedervereinigung mit Gott:

  1. Gott zu dienen (Opfer, Zeremonien)

  2. Weg der Moral und Ethik (sündenfreies Leben und Einhaltung der Gebote)

  3. Weg der Meditation

 

Kastensystem: 

Die Kastenregeln werden auf Bali nicht so eng gesehen. Die Balinesen teilen sich in drei Kasten auf, denen etwa nur 5 % angehörigen, die restlichen 95% sind kastenlos. (Sutras) 

Familiengründung:

Unheimlich wichtig und Voraussetzung, dass der Mann in die Gemeinschaft aufgenommen wird und kein schlechtes Karma bekommt ist die Gründung einer Familie. Liebesheiraten sind möglich, müssen aber nicht unbedingt sein.

Man lebt in großen Gemeinschaften zusammen, mit allen Generationen der Familie. Der jeweils älteste Sohn darf später den Familiengrund übernehmen, die jüngeren Geschwister müssen ausziehen. Früher hatten die Männer meist mehrere Frauen gleichzeitig, was absolut normal war und zum Teil auch heute noch offiziell gestattet ist. Wer keine Lust mehr auf die Ehe hat, kann das problemlos als Scheidungsgrund angeben, allerdings wird sich hier nur sehr selten tatsächlich geschieden.

Die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau ist sehr streng geregelt. Die Frauen sind zuständig für Haus, Hof, Kauf/Verkauf auf dem Markt und dem Darbringen von Opfern. Die Männer kümmern sich um die Reisfelder, die Instandhaltung der Häuser, um den Hahnenkampf (heute nur noch heimlich) und die Dorfverwaltung. Kindererziehung, Familienfestorganisation und Reisernte werden gemeinsam übernommen.

 

Samstag

20Juli2014

Was ein Tag!

Seit heute morgen sind wir wieder alleine im Haus. Nachdem wir mehrfach bei einer der Coordinators angerufen haben, bekamen wir unser Frühstück doch noch rechtzeitig vor unserem geplanten Tagestrip. Es gab nichts Essbares mehr im Haus. Nur das stehengelassene Essen der Vortage, ein Karton mit schimmligen Bananen, Pfannkuchenteig (seit wir da sind) etc.

[Heute Abend haben wir das alles mal fein in die Tonne gekloppt!Platz für Neues!]

 

Zwei einheimische Frauen brachten uns dann gegen 8.00Uhr ein selbstgemachtes balinesisches Frühstück. Einen Suppenteller bis zum Rand mit süßer Milch gefüllt, in der Mitte eine riesige Lache aus „rohem Teig“. So sah es aus, so schmeckte es. Dabei waren die Frauen so lieb und wollten uns etwas Leckeres anbieten...

 

Wir beschlossen, uns eine Packung Toast zu kaufen, ansonsten gab es noch eine Tomate und eine kleine Marmeladenpackung dazu. Yes! Die Geschäftchen hier haben einfach nichts NORMALES. Wirklich nicht! Es gibt nur Obst und kleine Tütchen mit Krabbenchips, Salzgebäck, irgendwelche essbaren Perlen...aber nichts Nahrhaftes...Keine Teilchen, Brötchen, Milchprodukte oder Schokolade. Immer und überall nur kleine Tütchen mit mysteriösen Dingen. Der ganze Plastikmüll davon schwimmt auf den Straßen.

 

Unser Viertel des Dorfes hat heute Morgen ein großes Fest gefeiert. Der Tempel war besonders geschmückt, alle kochten gemeinsam und saßen beisammen auf dem Boden. Beim Vorübergehen wurden wir direkt eingeladen zum Essen, offiziell gehören wir ja hier zur „Familie“. Das war ein schönes Gefühl, aber Reis&Fleischspieße am frühen Morgen mochten wir dann doch nicht so gerne. Außerdem mussten wir schnell zum Café, wo wir um halb 9 abgeholt werden sollten für die gebuchte Tour in den Norden. Mit einiger Verspätung (wir sind einfach immer noch zu „deutsch“) kam ein jüngerer, ganz netter Taxifahrer angebraust, der für den heutigen Tag unser persönlicher Chauffeur werden sollte. Andere Gäste hatten sich nicht angemeldet.

 

Während der ersten Minuten auf der Rückbank, kämpfte sich die Sonne durch und tauchte die kleinen, balinesischen Dörfer in ein freundliches Licht. Auch, wenn wir die Gegend mittlerweile besser kennen, fasziniert uns die Natur und das bunte Leben in den winzigen Häuschen doch immer wieder von Neuem. Eine Frau, die im Fluss badet, Schüler in Sportuniformen, Einheimische bei der Reisernte, Hundewelpen am Straßenrand, die tollsten Pflanzen und Palmen mit riesigen Kokosnüssen. Diese abwechslungsreichen, gegensätzlichen Eindrücke ziehen so schnell vorbei, aber man braucht doch lange, um das alles wirklich registrieren zu können.

 

Unser erster Stopp war der „Royal Family Temple“ in Mengwi. Die Anlage war sehr schön, aber außer den fotografierenden Touristen gibt es nicht allzu viel zu sehen. Schöner ist es, wenn man Zeremonien live miterlebt...Unser Fahrer wartete in seinem Auto auf uns, eine halbe Stunde hatten wir Zeit.

 

Von dort aus ging es weiter zum Bratansee. Der Weg änderte sich schlagartig, es wurde kurvenreicher und der Himmel verfärbte sich in ein unfreundliches, tristes Grau. Wir fuhren immer höher und höher, quer durch das Gebirge im Inselinneren. Mit Vollgas fuhren wir furchtbar steile, enge Serpentinen hoch, die uns allerdings einen wundervollen Ausblick boten. Man kann es eigentlich gar nicht in Worte fassen, wie das Umland aussah und auf uns wirkte. Wir blickten hinunter über ein Meer aus Reisterrassen, während man auf der anderen Seite den Vulkan sehen konnte, zu dessen Füßen sich ein scheinbar endloser Dschungel befand.

Am See angekommen, besuchten wir den sich dort befindenden Tempel. Er ist ganz klein und steht am Ufer des Sees, als Besucher gelangt man jedoch nicht unmittelbar in das Heiligtum, er wird nur bei Zeremonien über einen Steg mit dem Festland verbunden. Also hatten wir nur die Möglichkeit einige Fotos des berühmten Tempels zu schießen und die Sicht über den geheimnisvoll wirkenden See und auf die unglaublich steilen, aber dennoch bewachsenen Berge zu genießen. Nach einer halben Stunde hieß es auch hier, weiter geht’s...

 

Die nächsten 40 Minuten verbrachten wir wieder im Auto, wobei wir es uns hinten mit eigener Musik (die wir auf Grund kaputter Kopfhörer einfach auf laut gestellt haben) und den „Sandwiches“ gemütlich machten. Der Weg führte erneut durch den dichten Urwald, der, sobald er sich an einigen Stellen lichtete, einen wunderschönen Blick über die Landschaft freigab. Hier leben viele kleine Äffchen, wie wir sie im Monkey Forrest gesehen haben, in freier Natur.

Erst einmal ging es nun wieder steil bergab. Das Wetter wurde wieder besser, wir fuhren wieder aus dem Himmel und den Wolken heraus. An einem kleinen Bergdorf namens „Gitgit“ sollte unser nächster Programmpunkt sein. Über einen schmalen Pfad mit vielen Treppenstufen und unzähligen nervtötenden Händlern gelangten wir endlich zu dem gigantischen Wasserfall. Der Anblick war wirklich toll.

 

Das nächste Ziel „Lovina Beach“ wurde bei den heißen Temperaturen und der knallenden Sonne immer verlockender. Der Himmel wurde hellblau, das Land flacher und die Orte ließen ein Gefühl von Urlaub aufkommen. Irgendwann blitzte das Meer am Horizont auf und wir konnten den Strand im Norden Balis kaum noch erwarten. Das Wasser war glitzernd-blau, der Strand gar nicht überfüllt und uns blieben 1,5 Stunden, um das Ganze zu genießen. Zuerst machten wir eine Mittagspause in einer der schönen Strandbars und genossen die Aussicht auf das Meer. Natürlich mussten wir mit den Füßen einmal hinein gehen und barfuß über den heißen Sand laufen. Fasziniert waren wir von den vielen kleinen Bruchstücken von Korallenriffen, die sich unweit des Ufers befanden und angespült worden waren. Leider kommen hier ständig „Fliegende Händler“, die selbst dann nicht das Weite suchen, wenn man sie 5 Minuten ignoriert.

Aus dieser hellen, sonnigen Welt wollten wir gar nicht mehr weg, aber die 90 Minuten gingen doch

recht schnell vorbei.

 

Das nächste Ziel waren die „Hot springs“; die heiligen, heißen Quellen in Banjar. Es gab, ähnlich wie beim Holy-Water-Tempel, eine Art „Becken“, in dem sich viele Einheimische und Touristen badeten. Das Wasser war trüb und angesichts der Tatsache, dass wir keine Badesachen dabei hatten und es ohnehin viel zu heiß war, konnten wir hier nicht viel machen. Der Stop diente vor allem dazu, dass Paulina überall versuchte, ihr Lieblingscornetto unter 10.000 aufzutreiben. Vergeblich! Also doch zum ersten Laden zurück...

 

Der Rückweg war nicht so angenehm. Unser Fahrer raste die Serpentinen hoch und runter, fuhr unsaft über die holprigen Straßen und drängelte was das Zeug hielt. Es fing an, wie aus Eimern zu gießen und alles wurde wieder trist und düster... :-(

 

Zuhause angekommen stand ein Abendessen auf der kleinen Bank. (Wie lange schon?) Aber es schmeckte ganz gut, nur leider fehlte unsere geliebte „Suuhjaasuuhß“ (zu deutsch: Soja-Sauce). Das Abräumen glich einem Komplett-Abriss. Krissi spülte das gesamte Geschirr der letzten Tage, worin sich bereits unzählige Tiere tummelten. Dazu gebrauchte sie das Spüli, die Badewanne der Ameisen, während Pauli wutentbrannt die ganze Küche nach widerlichem Nicht-mehr-Essbarem durchforstete und in die Tonne kloppte.

Später am Abend haben wir noch 4 neue Mitbewohnerinnen bekommen, alle aus Holland...

Royal Family TempleKrissis Breakfast  

 

Freitag

18Juli2014

 

Heute Morgen im Kindergarten war es richtig schön. Dank einer netten Zimmergenossin, die heute Nacht abreist, haben wir Unmengen von Materialien für Unterricht und Kindergarten bekommen: Bastelsachen, Straßenmalkreide, Arbeitsblätter, Ausmalbilder etc. Außerdem hat sie uns ihr Teaching-Book gegeben, das eigentlich jeder hier bekommen muss...Da steht genau drin, wie man vorgehen soll und es gibt viele Tipps, Ideen und Spiele. Jetzt können wir richtig planen und durchstarten. Wenn wir mit unserem neuen Programm nicht durchkommen, wird Kreide gemalt und gebastelt. Die Jungs haben ihren Fußball.

Heute Morgen jedenfalls haben wir Zahlen aus Moosgummi ausgeschnitten, Eierlauf und die englische Form von Plumpssack gespielt. Zur Begrüßung haben wir ein hübsches Duett von „If you´re happy and you know it“ gesungen...So soll es doch sein!

Unser morgendlicher Taxifahrer findet es mit 4 Blondinen und einer Brünette an Bord immer angenehm, er spielt gerne seine Musik auf voller Lautstärke ab, überholt jedes Wesen auf der Straße, fährt mit 100 über die schlimmsten Schlaglöcher und macht andauernd nervige Angebote, ihn als Taxifahrer für Ausflüge zu buchen. Unsere Green-Lion-Koordinatorin ist super lieb und bringt uns jeden Morgen ein Zweitfrühstück mit zur Kindergartenpause...Heute gab es ganz lustige, dreieckige Teigtaschen mit Minibanane drin...Schmeckt gar nicht so verkehrt!

Jetzt (19.00Uhr) sitzen wir auf unserem Bett, planen den Unterricht und lesen einen dicken Reiseführer. Es gibt viel Interessantes darin zu lesen: 

Ubud: Ubud heißt übersetzt „Medizin“. Der Name der Stadt kommt daher, weil hier früher nur Waldgebiet war, in dem es heilende Kräuter gegeben haben soll. Irgendwann gehörte die Stadt einer Fürstenfamilie, später wurde Bali Kolonie von den Niederlanden. Walter Spies, ein deutsch-russischer Musikstudent wanderte 1925 nach Ubud aus. Er schilderte Bali als das „Paradies auf Erden“ und beeinflusste so unzählige Künstler und Musiker, die sein Bild von der Insel immer stärker verbreiteten. Heute ist Ubud zwar nicht die Hauptstadt von Bali, aber sie gilt als ihr künstlerisches Zentrum, wichtigstes Touristenzentrum und als das Herz der Insel. 

Weil Ubud relativ hoch gelegen ist, ist es hier meist etwas kühler als an den flachen Künstenregionen. Es gibt viele traditionelle Dörfer, von denen wir auch schon berichtet haben. Außerdem findet man hier eine unglaubliche Pflanzenwelt, Reisfelder, tiefe Schluchten und reißende Flüsse (noch nicht gesehen). Um die Stadt herum gibt es mehrere kleine Orte, in denen sich die ganzen verschiedenen Künstler mit der Zeit niedergelassen haben. So zum Beispiel auch unser Dorf Penestanan. Ganz zu Beginn lebten hier nur 5 Familien. Irgendwann zog es immer mehr andere Balinesen an, die vor allem die schwarze Magie kennen lernen wollten. Von den 5 Familien waren viele  Lehrmeister dieser Magie. Arie Smith, ein holländischer Künstler, gründete irgendwann in der Nähe eine Malschule. Die „Young Artists School“.  Der Ruf von Penestanan verbreitete sich, mehr und mehr Menschen kamen her, um Magie, Malerei und Heilen zu lernen. Heute leben hier etwa 1200 Menschen; Kultur und Religion haben hier noch nach wie vor einen hohen Stellenwert.

Mas ist auch ein solches Viertel. Wir fahren morgens immer auf dem Weg zum Kindergarten hindurch. Hier sind dagegen überall Holzschnitzereien und Möbelgeschäfte zu sehen. Der eher verfallene, ärmere Eindruck wird im Reiseführer aber anders beschrieben. Es gibt scheinbar wohlhabende Menschen, ihre Etablissements „prunkvoll“, da es sich um sogenannte Brahmanen handelt...Okay, vielleicht fahren wir auf der falschen Straße...

Balinesen:

Lächeln ist wichtig! Nicht umsonst gilt Bali als das Land des Lächelns. Man lächelt hier einfach jeden an; das soll ein gutes Gefühl geben. Schön! Wutausbrüche sind inakzeptabel. Wer sich nicht beherrschen kann, verliert sein Gesicht. Kinder sind von dieser Regel aber ausgenommen.

Harmonie ist das Hauptziel in der Erziehung. Persönliche Gefühle stören diesen Zwang, wenn sie ausgedrückt werden. Man hat hier quasi oft eine Maske auf und soll negative Dinge, die einem entgegengebracht werden „herunterschlucken“.

Etwa 3,9 Mio Menschen leben auf Bali, 92% davon sind Hindus. Von der Urbevölkerung (Bali-Aga) gibt es nicht mehr viele. Die Balinesen stellen keine einheitliche ethnische Volksgruppe dar, aber einig sind sich alle in ihrer tiefen Religiosität, die das ganze Leben hier bestimmt. Im Gegensatz zu vielen anderen Völkern richtet sich das Leben nicht auf das Meer, sondern auf die Berge, die als heilig betrachtet werden, die Meerestiefe gilt als Reich der Dämonen. Die Menschen auf Bali sind bekannt durch Geduld, Toleranz und Gastfreundschaft. Konkurrenzdenken und Neid gehören aber auch dazu.

Typischer Tagesablauf:

Aufstehen kurz nach Sonnenaufgang, Opferdarbringung am Tempel, Frühstück, Männer gehen zur Arbeit zum Reisfeld/in die Stadt; Herrschaft über das Familienanwesen haben die Frauen: sie gehen Wasser holen und kümmern sich um Haus und Hof; kleine Kinder werden den älteren Schwestern „übergeben“, sobald sie nicht mehr gestillt werden müssen; Mittagessen (nicht als gemeinsame Mahlzeit): Reis und Fleisch werden morgens gekocht und für jeden einfach hingestellt; arbeitet der Mann auf dem Feld wird ihm das Essen gebracht; am Vorabend werden nochmal Opfer verteilt (besonders vor der Haustüre, damit die Geister die Nachtruhe nicht stören); um 18.30 Uhr geht die Sonne unter; das Abendessen nimmt jeder für sich selbst ein; beim Fernsehschauen schläft man im Wohnzimmer ein.

 

Das Haus:

Die Regel: Pro Raum ein Gebäude. Jedes Paar besitzt ein eigenes Schlafhaus, ein Küchenhaus, alle anderen Bauwerke stehen der Gemeinschaft zur Verfügung. (Reisspeicher, Waschplatz, Stall, Brunnen) Zwei Stockwerke gibt es deshalb fast nie, weil kein Balinese unter den Füßen eines anderen leben möchte. Ärmere Häuser sind aus Bambus oder Lehm, die Gebäude der Reichen eher aus Ziegelsteinen und mehr verziert. Mauern sollen böse Geister abhalten. Das Zuhause ist immer als Abbild des Körpers zu verstehen: Den Kopf bilden die Götterschreine, Schlafzimmer die Arme, Beine sind Reisspeicher und Küche, der Innenhof ist der Nabel, die Toilette das Hinterteil.

Alle Betten sind auf den Heiligen Berg ausgerichtet, die Füße müssen immer in entgegengerichtete Richtung zeigen. Kompliziert, aufwendig, aber interessant. Oder?

Gute Nacht!!! :*** 

P.S. Heute und gestern gibts keine Bilder...

 

Donnerstag :-)

17Juli2014

Hey :)

 

Erst einmal "DANKE" für eure lieben Kommentare!!! Die sind immer sehr aufbauend und geben uns ein gutes Gefühl. 

Krissi ist sich gerade unter dem Mandarinenbaum am Duschen...

 

Momentan ist es nicht immer so einfach, aber wir halten durch. ;) 

 

Die Kinder sind auf jeden Fall sehr sehr süß, aber unglaublich anstrengend. Krissi und ich stehen meistens nur vor ihnen und stellen erschrocken fest, wie langsam die Zeit beim "Teaching" vergeht. Im Kindergarten helfen uns die Erzieherinnen immer aus. Man muss sagen, dass sie wirklich sehr liebenswürdig sind und sich große Mühe mit den Kleinen geben. Es gibt auch einige Eltern, die immer dabei stehen und unseren Spielen amüsiert zusehen. Für heute hatten wir "Animals" vorbereitet und weil niemand das Lied "Old McDonald" kannte, machten wir uns echt zum Affen. (Unser Solo war beschämend schlecht aber dafür sehr sehenswert!!!) Wir wissen nie so ganz, was wir sagen sollen. Was können die Kinder, was wollen sie, was wird von uns erwartet? Na ja, einfach weitermachen und nicht aufgeben!!! 

 

Das Essen ist mittlerweile ganz gut geworden. Es wird nicht mehr hier in der Küche gekocht, sondern weiter weg, sodass alle Unterkünfte der Freiwilligen beliefert werden mit großen Töpfen. 

 

Heute ist es zudem sehr sehr warm und schwül...Wir sind müde vom Sitzen in den Cafés (leider gibt es hier in der Umgebung unseres Hauses keine Möglichkeit mal in der Sonne zu liegen). 

 

Der Unterricht am Mittag war wirklich wieder eine totale Herausforderung. Die Jungs sind so frech, bewerfen uns mit Papier und schreien permanent. Sie wollen nichts machen außer nach Hause gehen. Keiner hilft uns dabei oder erklärt uns den richtigen Umgang. Also müssen wir da alleine durch. Wir versuchen immer zu lächeln, auch mal durchzugreifen und lauter zu werden, aber am Ende haben wir doch einfach auf dem Hof gesessen und ihnen beim Spielen zugesehen...Ein paar Sachen haben wir ihnen beigebracht wie Hobbys und Farben...Das ist schwer, weil sie jegliche englische Konversation nicht verstehen, sondern nur einzelne Worte und Befehle. Aber was ihr Verhalten betrifft: wir verstehen sie...Jede Woche neue Mädchen, die die gleichen Lieder und Plakate mitbringen...Wir wären mindestens genau so gewesen. 

Jedenfalls haben wir uns ja selbst dazu entschlossen, noch zusätzlich zum Kindergarten in die Schule zu gehen und die Erfahrungen, die wir machen sind bereichernd für uns und unsere Zukunft. (Lehrer werde ich nicht! Haha) 

 

Jetzt erzähle ich noch kurz ein bisschen von den Menschen hier. Neben unserer Villa wohnt eine alte Frau, die uns jeden Tag ganz lieb begrüßt. Wie sieht ihr Tag aus? Sie sitzt von morgens bis abends auf der Tempelmauer und faltet kleine Körbchen aus Bananenblättern. Das ist ihr Leben. Wir finden das unglaublich. Ganz in Gedanken versunken sitzt sie da...Alleine mit sich selbst, die Ruhe in Person. 

 

Neben unserem Haus ist eine Batikwerkstatt, in der täglich wunderschöne Tücher hergestellt werden. Ansonsten gibt es in Penestanan noch eine Wäscherei, kleine Läden für die Bewohner, viele Pflanzen und Tiere. Momentan werden auf der Straße ganze Teppiche von Getreide ausgebreitet, das getrocknet wird... Was es genau ist, müssen wir noch herausfinden! 

 

Gleich wird es actionreich. Krissi und ich probieren einen Roller aus, denn morgen Mittag machen wir beide eine kleine Tour durch die Gegend von Ubud. Straßenschilder? Karten? Gibt es nicht... Aber wir sind natürliiiiiiich vorsichtig, fahren mit Helm und passen auf uns auf. 

Heute Abend gehen wir zum "Goodbye-Dinner". Auch wenn von uns keiner das Projekt verlässt: dieses Essensmahl lassen wir uns nicht entgehen.

Mittwoch-Teaching English

16Juli2014

Selamat sore...

Um kurz vor halb 8 machten wir uns auf den weg zum Kindergarten. Die Fahrt in der Sonne und mit dem angenehmen Fahrtwind tat gut und man konnte den Kopf etwas frei bekommen und die Gegend genießen.

In Bali riecht es auch ganz anders als in Deutschland. Nach Reis, tropischen Pflanzen, nach Wildnis aber auch nach Feuer (man verbrennt den Hausmüll vor der Türe), schlecht isolierten Kanalsystemen, nach Motorradabgasen und Asphalt. Das ist alles ganz neu und aufregend...

Die kleinen Geschäfte sind total unordentlich sortiert, richtig dreckig und heruntergekommen. Aber es sitzen immer freundliche Männer oder Frauen darin, die an die Einheimischen frisches Obst und Gemüse verkaufen oder etwas Kleines zum Mitnehmen kochen. Vor allem fasziniert sind wir noch immer von den Rollerfahrern. Gestern haben wir eine Familie gesehen, die mit ihrem Säugling und Kleinkind zu viert über die Hauptstraße gefahren ist.

Heute Morgen trugen die Kinder eine andere Uniform als gestern. Manche kannten uns jetzt schon besser und waren aufgeschlossener als am Vortag. Wir haben mit Julia das Thema "Obst" auf Englisch vorbereitet und dazu ein Plakat gestaltet...Aber so richtig begeistern konnten wir die Kleinen nicht. Auch das Ausmalen von verschiedenen Früchten gefiel den Wenigsten und es war mühevoll sie irgendwie zu animieren. Manchmal denken wir, sie mögen uns nicht, schließlich kommen andauernd wieder neue Volunteers zu ihnen in den Kindergarten. Für so kleine Kinder ist das sicher nicht so einfach. Aber dann in der Pause beim Spielen ziehen sie uns an den Armen und wollen uns nicht mehr loslassen, lachen mit uns und stecken uns Blumen in die Haare. Nach ein paar wirklich einfachen Spielchen von unserer Gruppenerzieherin ging es dann um 10 Uhr zurück nach Penestanan.

Das Mittagessen war lecker...Reis mit Gemüsepfanne und als Nachtisch stand da ein Eimer mit frischen Mandarinen und Babybananen.

Direkt danach sind wir ins Office, um unseren Unterricht vorzubereiten.Das ist wirklich richtig schwer...Man kann von nichts Kopien machen und englische Spiele kennen wir auch nur wenige. Zu den Themen "BEACH", "NUMBERS", "DAYS", "FRUITS" & "FAMILY" haben wir was Kleines zusammengestellt. Heute bestand die Klasse aus 16 Kindern, die Hälfte davon waren Jungs. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie anstrengend das war. Sie hatten zu nichts Lust, schrien immer nur "freetime", lachten uns aus und verweigerten Arbeitsaufträge. Aber trotzdem haben wir es geschafft zumindest ein bisschen Respekt zu gewinnen und ihnen etwas beizubringen. Wenn auch die Jungs wesentlich schlechter in Englisch sind als gestern die Mädchen. Bei dem Spiel "Memory" hatten wir dann alle auf unserer Seite. Die Kinder waren so begeistert und hüpften uns fast ins Gesicht, um an die Reihe zu kommen. Während der Hofpause durften wir sogar mit den Jungs Fußball spielen. Also so verkehrt können wir doch nicht gewesen sein...Um 16 Uhr haben wir das Ganze dann aber beendet, weil wirklich keiner mehr annähernd am Unterricht oder uns interessiert war...In manchen Ländern werden die Freiwilligen wie eine Sensation empfangen; das ist hier wirklich anders...Viele von uns sind traurig darüber und verlassen das Projekt, bei anderen klappt es dagegen sehr gut. Wahrscheinlich weil einfach immer Freiwillige hier sind und es für die Kleinen nicht mehr so etwas Besonderes ist. 

 

Schule gehört hier in Indonesien auch feste zum Leben dazu. In Afrika zum Beispiel wünschen sich die Kinder Bildung, in Deutschland hätten wir wohl genauso wie die Kinder hier reagiert. Dennoch sind wir froh, ein bisschen helfen zu können und das Leben der einheimischen Kids nachempfinden zu können. Es macht schon glücklich, wenn nur ein einziges Kind lacht oder dich an der Hand nimmt.

Traurig ist, dass sowohl im Kindergarten als auch in der Grundschule nur Ungesundes gegessen wird. In den Pausen kriegen die Kinder abgepackten Eistee, süße Kekse, Wurst in Plastikpackungen und jede Menge anderer Tütchen mit chemischem Zeug. Auf dem Schulhof hängt ein riesiges Plakat mit der angeordneten Schuluniform und bevor der Unterricht morgens losgeht, müssen sich alle in Reihen aufstellen und dem Direktor nachsprechen. So ganz zuordnen können wir den Standard der Kinder nicht. Sie wirken nicht arm und nicht reich, sondern eher aus mittleren Verhältnissen wie unser Dorf auch. Die Häuser sind hier so bescheiden, aber die kleinsten Kinder sitzen mit Tablet-PCs vor den Türen und spielen damit...Man erkennt daran gut den Einfluss der japanisch-chinesischen Wirtschaft. Davon haben wir in Erdkunde ja schon viel gelernt.

 

Jetzt sitzen wir im Café, wo wir mittlerweile kein Gratis-Wasser mehr kriegen (da wir nur das WIFI hier benutzen) und wir beide sind richtig kaputt.Gleich gehen wir noch ein bisschen die Straße entlang und essen irgendwo gemütlich ein Eis.

 

Bis morgen! ;) Pauli und Krissi 

 

Dienstag

15Juli2014

 

Heute Morgen ging es schon früh los. um kurz vor 7 sind wir verspätet aufgestanden, haben schnell gefrühstückt und sind dann zum Office gegangen. Wie schon bekannt, mussten wir auch heute wieder länger warten, bis es mit dem Taxi losging zum Kindergarten. Das ist schade, weil wir nur 2 Stunden da unterrichten sollen, aber so ist Bali eben. 
Wir haben es mittlerweile ganz gut drauf, spontan und offen für Alles zu sein. Großartig geplant verläuft hier gar nichts und diese Mentalität ist nicht immer einfach für uns Deutsche...Aber gerade solche Erfahrungen sind ja auch wichtig und gehören zum Erwachsenwerden/-sein dazu...

 

Im Kindergarten "Saba rare" angekommen, wurden wir schon freudig begrüßt und zu unserer Klasse geführt. Gemeinsam mit Julia haben wir uns gestern überlegt, folgendermaßen vorzugehen: erst stellen wir uns vor, dann verteilen wir unsere Geschenke (Kuscheltiere, Buntstifte und für den Kindergarten auch Hygieneartikel), malen Namensschilder und erklären die Zahlen von 1-10. Die "Klasse" besteht aus etwa 15 Kindern, von denen manche in Uniform waren (die Älteren) und manche noch ganz neu und unglaublich schüchtern waren. Begrüßt wurden wir mit einem Lied, dass die Kindergärtnerin gemeinsam mit der Gruppe vorführte. Wir tanzten und sangen einfach mit...Über unsere Geschenke freuten sich die Kleinen natürlich sehr, auch wenn sie noch nicht genau verstanden, dass das wirklich alles für sie sein sollte. 

Nach dem gemeinsamen Malen gab es eine kleine Pause, die wir auf dem Hof verbrachten. Besonders zwei kleine Mädchen hingen sehr an uns und schwärmten vor allem für Krissis blondes Haar! 

Der Morgen war heute viel schöner als gestern. Die Sonne schien, das Meer leuchtete in hellem Blau am Horizont und unsere Laune war dementsprechend besser. 

Zum Abschluss sangen wir noch einmal "The ABC-Song" und "Head & Shoulders"...Die balinesische Fassung davon ist auch ganz amüsant...

 

Zurück in Penestanan waren wir wieder totmüde und sind erstmal kurz eine Runde schlafen gegangen, bis es Mittagessen gab...Danach sind wir zum Office, um uns zu erkundigen, ob ein Volunteer-Platz in den Grundschulen freigeworden ist. Und wirklich: Ab sofort arbeiten wir jeden Mittag von 2-5 in der Primary School direkt um die Ecke...

Heute kam das allerdings ziemlich plötzlich. Wir mussten innerhalb 30 Minuten einen dreistündigen Unterricht für das 4.Schuljahr vorbereiten...Das ist wirklich nicht einfach! Deswegen imrpovisierten wir auch größtenteils, als wir vor den 4 neunjährigen Mädchen Ega, Putu, Ferdina und Duwik standen. Morgen sollen es aber etwa 10 Mädchen werden...Das Schulsystem verpflichtet alle Kinder zu 2 Unterrichtsstunden am Vormittag. Der Nachmittagsunterricht wird nur von den Freiwilligen übernommen...Das Englisch der Mädchen war für das Alter gar nicht so schlecht. Überrascht waren wir von den Mathebüchern, die schon in der Grundschule Brüche und negative Zahlen beinhalten...Aber gut, dass das NICHT unser Fach ist...Am Ende der Unterrichts wurden die Mädchen ganz schön unruhig und sprangen über die Bänke, weil sie nach Hause wollten...Nach Absprache mit einer GreenLion-Leiterin durften sie dann auch gehen und wir konnten müde entlassen werden. 

 

Nach dem Abendessen sind wir noch den anstrengenden schmalen Fußpfad Richtung Ubud gegangen und haben uns im Supermarkt ein Eis gekauft..."Black Forest-Cornetto: Schwarzwälder-Kirsch-Geschmack, Limited-Edition"...GIbt nichts Besseres!!! Momentan leben wir noch in Askese (wie wir den Zustand hier nennen)...Alle anderen essen immer in Restaurants, fahren abends mit Taxis in die Stadt und mieten sich Roller...Bei uns wird das alles noch kommen...

 

Jetzt sitzen wir -wie immer- im Café Vespa...Nachher gucken wir, wie gestern, noch einen Film am Laptop...wir sind einfach immer müde durch das frühe Aufstehen, die Schwüle und die ganzen Eindrücke, mit denen man fertig werden muss...Bis morgen 

 

Geschenke verteilen Unsere Geschenke Buntstifte :) Tanzen auf dem Hof Hofpause Krissi´s Haar-Fans  Spielen :) Bloooond! Teaching in the school Noch einmal Schulbank drücken? :D

Unser erster Besuch im Kindergarten

14Juli2014

 

Monday...

 

WELTMEISTEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEER!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Und wir sitzen im dunklen, ländlichen, stinkenden Penestanan. Kein Autokorso, kein „Deutschlaaaand, Deutschlaaaaand“-Gegröle, sondern nur krächzende Hähne an jeder Ecke. Egal! Trotzdem freuen wir uns; dieses Mal haben wir wenigstens im Café auf einer kleinen Leinwand das Spiel verfolgen können.

Heute haben wir einen totalen Durchhänger-Tag. Eigentlich genau wie gestern. Aber wir haben ja auch ab halb 3 nicht mehr geschlafen. Um halb 7 mussten wir uns mal wieder selbst Frühstück machen, aber mittlerweile kommen wir klar und wissen, wo wir Toastbrot etc. finden. Es hat den ganzen Morgen total stark geregnet, alles sieht grau aus und an solchen Tagen merkt man viel deutlicher, wie schmutzig, heruntergekommen und arm der ländliche Teil von Bali eigentlich ist. Ubud ist zwar eine tolle und einfach völlig fremde Art von Stadt, aber hier -gerade auch in Penestanan- kann es auf Dauer mal langweilig werden.

Die kleinen Gässchen in den einzelnen Wohnviertel sind sehr eng, überall steht Müll vor den Häusern und in jeder Straße rennen verletzte Hunde und gackernde Hühner mit ihren Küken. Das ist alles ziemlich erstaunlich, weil die Leute hier trotzdem total glücklich erscheinen und mit dem zufrieden sind, was sie haben. Die kleinen Häuschen sind meistens ohne Übergeschosse und haben nur wenige Räume. Für balinesische Verhältnisse gehört unsere Umgebung aber keinesfalls zu den Ghettos und der ärmsten Bevölkerung. Aber für uns ist es noch immer erschreckend, wie hier gelebt wird und wie wenig Sorgen sich die Menschen über Gesundheit und Hygiene machen.

 

Um halb 9 (ausgemacht war 7.15Uhr ) wurden wir mit 5 anderen Mädchen dann endlich zum Kindergarten gefahren. Dieser liegt aber nicht in Sanur, sondern in Sabar. Wo das genau ist, müssen wir gleich mal auf der Karte suchen. Ganz in der Ferne sah man das Meer...Der Taxifahrer meinte aber, dass es kein schöner Strand hier wäre und die Wellen zum Schwimmen auch zu hoch seien. Der Ort ist voll von kleinen Geschäften mit Holzschnitzereien, aber alles wirkt unfertig und irgendwie verwahrlost. Die Menschen hier verbringen ihren Tag hier oft auf der Straße: sie sitzen vor den Warungs, winken uns Ausländern, Männer sitzen meist mit ihren Hähnen in Gruppen zusammen, man bastelt Opferkörbe, kümmert sich um die Tempelanlagen oder geht durch die Gassen. Das Leben hier ist komplett anders. Einfach. Aber trotzdem interessant.

Wir beide würden jedoch gerne mehr von der Insel sehen, vor allem die wirklich schönen Gesichter von Bali. Aber das kriegen wir noch hin!

 

Jetzt zurück zum Kindergarten. Heute waren anscheinend viele Kinder das erste Mal hier. Deswegen ging es auch nicht lange und wir konnten noch nicht mit dem Unterricht beginnen. Die Kindergärtnerinnen tragen alle eine orange-braune Uniform, an den Wänden hängt ein Porträt vom indonesischen Präsidenten. Insgesamt gibt es 4 Klassenräume, in den viele bunte Plakate hängen, die zum Beispiel Zahlen oder Tiere auf Englisch zeigen. Der Platz draußen ist sehr, sehr übersichtlich, aber es gibt ein paar kleine Schaukeln und Spielgeräte, die alle Kinder ununterbrochen benutzen ohne Langeweile zu verspüren. Als wir ankamen, war gerade Frühstückspause und wir mussten in einem Nebenraum warten. Alles wirkt liebevoll eingerichtet, aber doch sehr spärlich und nach dem Minimalprinzip. Einige Kinder schauten schon neugierig zu uns herüber und konnten ihre Blicke kaum abwenden. Irgendwann durften wir dann nach draußen auf den Hof gehen und vorsichtig erste Kontakte knüpfen. Das ist nicht leicht, weil die Kleinen nur Bahasa sprechen, ohne zu merken, dass wir sie nicht verstehen. Aber es klappt trotzdem, wenn man einfach lacht, den Kindern die Hand gibt und auf sie zu geht. Verständigung braucht bei Kindern keine Sprache, sondern nur Einfühlungsvermögen.

Nach etwa 20 Minuten sollten sich alle Kinder in Reih´und Glied aufstellen, um uns zu begrüßen. Nacheinander traten wir nach vorne und sagten ihnen unsere Namen. (Nama saya Kristina/Paulina)Sie winkten alle zurück und wiederholten die Namen, bis ihre Erzieherin zufrieden war. Anschließend sangen und tanzten wir ihnen „Head and Shoulders, knees and toes“ vor, sie sagten uns die Zahlen auf Englisch und sprachen ein Gebet. Dann tanzten wir nochmal alle zusammen im Kreis, was den Kindern unglaublich Spaß machte. Sie waren nur am Strahlen und man konnte direkt sehen, dass viele nur wenige oder sehr kaputte Zähne hatten. Zum Abschied bildeten sie eine lange Schlange und kamen nacheinander auf uns zu, griffen unsere Hand und legten sie auf ihre Stirn. Das ist scheinbar der Willkommens- und Abschiedsgruß, den alle jungen Leute vor älteren Respektpersonen hier machen müssen. Morgen werden wir aufgeteilt in die einzelnen Klassen. Mit Julia (aus Österreich) werden wir uns gleich im Office treffen und den Unterricht ein bisschen vorbereiten. Vorher gehen wir beide aber noch nachfragen, wann wir in der Primary School starten können. Das haben wir so beantragt, weil unsere Organisation von 5 Stunden Arbeit täglich sprach und uns zwei einfach zu wenig sind. Dann haben wir hier den ganzen Tag nichts zu tun und schließlich sind wir auch hauptsächlich dafür gekommen.

 

Bis dann :)

 

Sonntagsfeeling auch auf Bali...

13Juli2014

Hallooooo :)

Heute ist Sonntag. Und genau wie in Deutschland sind wir müde, lustlos und nur am Rumhängen. Aber so gehört sich das ja auch und ein bisschen was Neues haben wir natürlich schon erlebt.

 

Erst einmal war gestern Abend bis 00.00 Uhr der Strom ausgefallen. Das war ziemlich blöd, weil wir alleine waren, aber zu zweit steht man das natürlich durch! Wir haben schon geschlafen, als der Strom wieder anging: Alle Lichter gingen an und die Musikanlage spielte auf voller Stufe irgendwelche balinesischen Klänge... 

Am Morgen gab es wieder kein Frühstück...Nachdem wir zwei Leute aus dem Dorf dazu bewegen konnten, bekannte Leute von GreenLion anzurufen, wurden uns tatsächlich Toastbrot und Eier gebracht. Also machten wir uns wieder Sandwiches für unterwegs und brachen auf nach Ubud. 

Das Wetter war heute so mittelmäßig. Bewölkt, bisschen regnerisch und tropisch schwül. Daher gingen wir eher wortlos durch die Straßen und waren ziemlich schnell k.o. Nachdem wir uns 1Mio Rupiah abgehoben haben (  ) setzten wir uns in ein schönes Stadtcafé, das mitten in einem Tempel angelegt war und aßen Obstsalat aus Melone, Ananas, Banane, Limette und neu für uns: Papaya. Wir blieben ziemlich lange auf den gemütlichen Kissen sitzen (hier gibt es wie gesagt oft keine Stühle und hohe Tische), bis wir den Rückweg antraten. Zwischendrin kamen wir noch an einer schönen Kunstgallerie vorbei, die wir uns natürlich noch ansahen. (sooo schöne Bilder!!!) "Adipati Soeryo Gallery"

 

Zurück in Penestanan gingen wir noch ins Kopi Desa, das ganz traditionelle Dorfcafé...Als Abendessen gab es: SPAGHETTIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!!!!!!!!!!!!! Und es wurden Schoko-Cornflakes geliefert...Yippie!

 

Da wir heute nicht viel erlebt haben, erzählen wir einfach ein bisschen was von Bali und der Kultur hier im weit entfernten Osten. 

Feste und Zeremonien: Nyepi= Tag der Stille:

Nach dem Saka-Kalender (aus Südindien stammend, aber nicht der ganz traditionelle balinesische Kalender)endet das Jahr im neunten Monat (März oder April). Am Neujahrsabend ziehen die Menschen mit Taschenlampen durch die Straßen und machen so viel Lärm wie möglich, schlagen auf Töpfe/Pfannen und entzünden Feuerwerkskörper, um die bösen Geister zu vertreiben. Monster aus Pappmaschée werden durch die Straßen gertragen und anschließend verbrannt. Der Neujahrstag (Nyepi=stillsein) wird dagegen in absoluter Stille verbracht; 24 Stunden lang verlässt niemand das Haus und verhält sich ganz still. Kein Licht darf brennen, kein Herd darf angeschaltet werden. Die Dämonen sollen glauben, die Insel sei unbewohnt. Alle Vergnügungen sind untersagt, lediglich Beten/Meditieren ist erlaubt. (Gilt auch für Touristen) 

Dorfgemeinschaft: 

Auf Bali ist "Leben" gleichbedeutend mit Teilhaben. Die meisten Balinesen leben meistens nach wie vor im Dorf und werden in ein Gemeinwesen hineingeboren, dem sie bis zum Tod angehören. Einsamkeit/Isolation sind unbekannt; das Streben nach Individualität nicht stark ausgeprägt. Im Zentrum des Dorfes liegen in der Regel die wichtigen öffentlichen Gebäude: der Dorftempel (Pura Desa), in dem Zeremonien abgehalten werden; die Versammlungshalle, der Marktplatz und selten fehlt der große Banyan-Baum, der heilige Baum der Hindus. Am Ortsausgang in Richtung Berge liegt der Tempel des Ursprungs (Pura Puseh), in Richtung Meer der Totentempel (Pura Dalem). Die Dörfer sind in kleinere Einheiten (Banjars) unterteilt. Es sind Gruppen benachbarter Familien, die in enger Gemeinschaft alle Belange teilen. Jeder Banjar besitzt ein eigenes Orchester, Tanzgruppe, Küche für Feste, Gemeinschaftstrommel für Versammlungen, und einen kleinen öffentlichen Tempel. 

 

Familie:

Rituale begleiten die Balinesen ein Leben lang. Je kleiner ein Kind, umso näher ist seine Seele dem Himmel, und sein Denken ist noch rein.Das Neugeborene gilt als heilig. Traditionell werden die Kinder, egal ob Junge oder Mädchen, nach der Abfolge ihrer Geburt benannt. Das älteste: Wayan, dann folgen Made, Nyoman und Ketut. Körperliche Züchtigung, Strenge oder Verbote sind in der Erziehung undenkbar. Wenn ein Mädchen aus vornehmer Kaste in die Pubertät eintritt, wird eine Zeremonie veranstaltet, die es feierlich zur Frau erklärt. Zuvor begibt sich das Mädchen in strenge Isolation und unternimmt eine gründliche Reinigung des Körpers. Nach 3 Tagen kehrt es zurück und empfängt den Priestersegen und eine oftmals auch eine Zahnfeilung. 

 

Allgemeines Verhalten:

Die Balinesen sind ein liebenswürdiges Volk, berühmt für ihr Lächeln und die Zuvorkommenheit gegenüber Fremden. Ein den balinesischen Tradtionen nicht ganz angemessenes Verhalten wird bei Fremden stillschweigend toleriert. Nie wird man erleben, dass ein Balinese ausfällig wird. 

Der Kopf ist den Balinesen der heiligste Körperteil. Die Berührung des Kopfes ist selbst bei Kindern tabu. Ebenfalls sollte man auch die linke Hand (gilt als unrein) nicht benutzen. 

 

Sooo, wir gehen bald schon wieder ins Bett, weil wir natürlich püntktlich um drei hier das Spiel gucken werden. Dieses Mal mit allen anderen Deutschen im "KOPI DESA"....

Ubud Market und Monkey Forest

12Juli2014

 

Hallo. :-)

 

Es ist gerade 14.16 Uhr und wir liegen völlig erschöpft auf unserem Bett. Wir erzählen euch mal von unserem ersten Samstag:

 

Heute Nacht waren wir nur noch mit Sabin in unserer Villa. Am Wochenende ist es ganz üblich, dass alle Freiwilligen von Green Lion Ausflüge in andere Städte oder Gegenden machen und dort auch übernachten.

Seit heute früh sind wir ganz alleine zu zweit hier, morgen Abend kommen die anderen wieder. Die Villa ist wirklich groß und mitten in einer Siedlung, aber zur einen Seite hin erstreckt sich auch viel Wald. Abgeschlossen wird hier nichts, aber viel zu holen ist hier natürlich auch nicht.(Außer uns) Also kein Grund zur Sorge!

Am Morgen stand immer noch das Ei und die Nudeln unten im Flur, daneben angefressenes Toastbrot. Der Wasserautomat war leer, kein Breakfast weit und breit. Dabei gibt es extra eine Liste, in der sich gestern diejenigen eintragen konnten, die das Wochenende hier bleiben und morgens und abends nach wie vor Essen bekommen wollen.

Hungrig und sauer sind wir zum Office der Organisation gegangen. Die Gardinen waren zugezogen. Das Wochenende werden wir hier sicher keinen mehr antreffen. Unter den drei Notfallnummern haben wir Wayan erreicht (wie auch am Flughafen damals), der uns auch jetzt in gebrochenem Englisch Hilfe versprach.

Da aber natürlich nichts kam, durchforsteten wir noch einmal genau die Küche. Ungekühlte Mayo, ein kaputtes TK-Fach, Holzbrettchen mit schwarzem Schimmel....Paulina holte sich daraufhin eine der großen Wassermelonen, die vor der Türe in einer Tüte standen und wurde doch noch im Kühlschrank fündig. „KRISSIIIII!!!! BROOOT!!!! UND KÄÄÄÄSE!!!!“ In einer Plastiktüte fanden wir 2 Joghurts, 4 Scheiben Toastbrot und 3 Scheiben Käse vom Vortag vermutlich. :-)

 

Also machten wir uns Frühstück und „Sandwiches“ zum Mitnehmen für Unterwegs.

Zu Fuß gingen wir nach Ubud und stellten schnell fest, dass es heute wirklich unerträglich heiß und schwül war.

Die Stadt jedoch machte alle schlechte Laune vom Morgen auf Anhieb wieder gut. Man kann es sich kaum vorstellen, wie alles hier aussieht und wie viele Eindrücke auf einen einprasseln. Immer wieder bleiben wir einfach stehen und schwärmen...Wir haben schon fast 1000 Fotos gemacht.

 

Überall sind Shops mit den buntesten Tüchern, mit Reishüten, unglaublich beeindruckenden Holzschnitzereien und wunderschönen Gemälden. Tausende Bildergalerien, himmlische Eiscafés, in denen man auf Kissen sitzen kann, Taxifahrer die einem nachlaufen, um ein Geschäft zu machen, Frauen die am Straßenrand Obst verkaufen und ihr Mittagessen in Kochtöpfen auf dem Kopf tragen, kleine Opferkörbchen an jeder Türe und in jedem Auto, Räucherstäbchenduft, wilde Motorradfahrer, riesige Tempel in Straßen und auf Dächern, traumhafte Gärten in Hinterhöfen, luxuriöse Hotels mit Pool auf dem Dach, verwinkelte Gassen in denen medidative Musik läuft, Palmenwälder und versteckte „Ruheoasen“, in denen man von all dem Lärm und Chaos gar nichts mitbekommt. „Ubud Market Street“ ist wirklich so faszinierend!!!

 

Nach einer Stunde haben wir uns erst einmal was zu trinken gekauft und wie bescheuert am Straßenrand gehangen und Wasser gekippt.

Danach machten wir uns weiter auf den Weg zum „Monkey Forest“. Nachdem die Straße plötzlich steil nach unten ging, konnte man plötzlich auf einen großen Wald mit gigantischen Bäumen und hängenden Lianen blicken. Mitten in der Stadt! Wie verrückt!

Für 30.000 Rupiah konnten wir dann „eintreten“ und den süßen Äffchen begegnen. Überall wohin man sah: AFFEN! Sie sprangen uns auf den Kopf, suchten an unseren Rucksäcken nach Futter, gaben einem die Hand, fauchten Krissi plötzlich zähneflätschend an oder zermatschten auf Paulinas Kopf eine Banane. Wir hatten total viel Spaß und waren die ganze Zeit am Lachen!

 

Der Rückweg war entsetzlich anstrengend. Wir wollten noch weiter durch die Stadt gehen, aber die Hitze war so was von unerträglich, dass selbst eine Pause mit Schwarzwälder-Kirsch-Cornetto nicht mehr half. Das Eis schmolz in Sekundenschnelle und dampfte sogar!
In einem schattigen Hinterhof kühlten wir uns ein bisschen ab und bemerkten erst jetzt, dass hier in der ganzen Stadt wunderschöne, beruhigende Panflöten-Musik lief. Fast von jedem zweiten Haus kamen solche Geräusche, die einem zusätzlich das Gefühl gaben, wirklich im Urlaub am anderen Ende der Welt zu sein.

 

Als wir um 14.00 Uhr wieder in der Villa ankamen, wartete immer noch kein nachgeliefertes Essen auf uns... Von der völlig fremden Schwüle sind wir jetzt total erschöpft; jetzt ist erst einmal Siesta angesagt.

Für heute Abend haben wir geplant, uns einen netten Sturmfrei-Abend zu machen, wie wir das noch von zuhause kennen. Wir werden uns was kochen (chinesische Nudeln und Reis haben wir moch gefunden und ein paar Tomaten; mal sehen was das so wird...) und eine DVD anschauen. 

 

Bis später!

 

"Spiritual Day"

11Juli2014

Selamat malam! :) 

 

Nach einer eisgekühlten Nacht (18 Grad Klimaanlage) und dem üblichen kleinen Breakfast trafen wir uns mit unserer Gruppe um 9 Uhr an der kleinen Hauptstraße von unserem Dorf Penestanan. In Kleingruppen fuhren wir daraufhin mit Taxi nach Tampak Siring zum Tempel " Pura Tirta Empul", dem sogenannten "Holy-Water-Tempel". Die Fahrt dauerte etwa eine Stunde und ließ bei uns einfach nur pure Begeisterung und Schwärmerei aufkommen.

Der Weg führte durch die Stadt Ubud und ihre bekannte "Market Street" mit unzähligen kleinen Shops, tollen Restaurants und Cafés inmitten von Tempelanlagen. Nach einer Kurve befand man sich auf einmal wieder wie im Dschungel, umgeben von Reisterrassen oder tiefen Schluchten mit Palmen und Lianen, die bis auf die Straße hinunterhingen. Der Verkehr ist wirklich lustig zu beobachten. Die Fahrstreifen sind winzig, man kann drängeln und überholen wie man gerade Lust dazu hat und hinter jeder Kurve bzw. Kuppe wird kurz gehubt, um den Gegenverkehr aufmerksam zu machen...Verrückt...

 

Angekommen im Tempelgebiet strömten einem schon überall viele Balinesen entgegen, für die der Holy-Water-Tempel ein sehr wichtiges Ritual in ihrem Leben ist. Jeder von uns musste sich einen ganz typischen Sarong mit Tempelgurt ausleihen, ohne den das Wasserbecken nicht betreten werden durfte. (Das ist so eine Art Rock aus vielen bunten Farben ;) ) 

Nach einem kurzen Gang durch die Anlage überlegten wir etwa 20 Minuten lang, ob wir wirklich mit den ganzen Klamotten -wie es verlangt wird- in das nicht ganz so saubere, eiskalte Wasser steigen sollen. (Zusätzlich schwammen darin noch riesige Fische mit dicken Mäulern) 

Aber wir haben uns gedacht, dass wir nur einmal in unserem Leben an diesem Ort sein werden und diese Möglichkeit auch nutzen sollten. Außerdem wollten wir natürlich gutes Karma sammeln, denn darum geht es bei dem "Bad" im Wassertempel schließlich! 

Unser Guide erklärte uns den genauen Ablauf: Der Reihe nach steigt man ins Wasser und folgt quasi einer Art "Parcour". Es gibt an der Beckenmauer mehrere wasserspeiende "Köpfe", unter denen man zuerst die Hände falten und beten sollte. Danach musste man  dreimal hintereinander mit dem Wasser das Gesicht "reinigen" und zum Schluss einmal den ganzen Kopf darunter halten. Unter jedem Wasserstrahl! Die Balinesen tauchen bei diesem Ritual meist sogar ganz unter, füllen sich Unmengen von Kanistern mit dem Wasser ab, tragen ihre Kinder zu den Wasserspeiern oder fangen an zu weinen. Über der Mauer stehen viele der Opferkörbchen, wie wir sie auch gestern gebastelt haben und die Luft ist mit dem Duft von Räucherstäbchen erfüllt.

Man fühlt schon eine gewisse Spiritualität während dieser Zeremonie und auch großen Respekt vor der Religion, an der man in diesem Moment unmittelbar teilnehmen darf. 

 

Als Abschluss dieses Ausflugs durften wir noch in einem kleinen Händlerviertel durch die Gassen schlendern. Eine Frau bot Paulina eine ganz typische Stoffhose an, die sie genau gesucht hat für den Aufenthalt in Bali. Das Angebot von 150.000 Rupiah handelte sie direkt und mit einem Gefühl von Erfolg auf 100.000 herunter. Beim Verlassen des Shops stürmte ihr eine weitere Verkäuferin entgegen, die ihr diese hose für 50.000 Rupiah anbot. (Das mit den großen Beträgen ist aber auch einfach schwierig, deswegen trauen wir uns auch oft nicht, irgendwo etwas Erfrischendes oder Leckeres zu kaufen...Wer will schon für eine Cola 13.000 bezahlen? Das klingt immer nach einem riesigen Loch im Portmonee..) 

 

Am Nachmittag nach einem recht leckeren Mittagessen aus Reis und Gemüse wurden wir mit unserem Projekt vertraut gemacht. Wir werden ab Montag in einem Kindergarten bei Sanur arbeiten (direkt am Strand im Inselsüden). Dafür müssen wir schon um 7.15 Uhr losfahren, bereits um 10 Uhr geht es zurück. Gemeinsam mit einem anderen Mädchen aus Österreich sind wir einer Klasse zugeteilt worden, die wir spielerisch beschäftigen sollen aber auch ein bisschen Englisch unterrichten werden. In Bali sind die Kindergartenkinder zwischen 4 und 7 Jahre alt, es folgt die Primary School von 5-10. Generell ist das Schulsystem sehr wenig ausgebaut. An den Nachmittagen werden die Schüler hier meist nur von Freiwilligen unterrichtet, da der offizielle Vormittagsunterricht meist gar nicht ausreicht. Außerdem gibt es sehr oft freie Tage wegen der vielen Feste und Zeremonien. (Hätten wir in Deutschland auch häufiger gebrauchen können...

 

Das Abendessen war ebenfalls echt gut. Es gab Asianudeln mit Gemüse und Omelette!!! Den Abend über beschäftigen wir uns mit den Orten, die wir alle noch besuchen wollen und planen unsere Zeit auf Bali...Internet kriegen wir hier nur in den beiden Cafés...Gerade sitzen wir an der Bar vom "Kopi Desa", wo wir auch am Sonntag das FINALE VON DEUTSCHLAND verfolgen werden. Hier wird extra dafür in der Nacht zum Montag eröffnet. :-)

 

Gute Nacht & bis Morgen :-*

"Bali Paradise"

10Juli2014

Hallooo! ;)

Heute war richtig tolles Wetter. Es war kein bisschen bewölkt, die Sonne hat geschienen und es war tropisch warm. Nach dem "Frühstück im Stehen" sind wir zur >Balinese Cooking Class< gegangen. Mittlerweile haben wir uns natürlich erkundigt und festgestellt, dass das Essen auf Bali einen ganz anderen Stellenwert hat als bei uns zuhause. Generell wird Reis hier als Hauptbasis betrachtet, alles andere wie Fleisch und Gemüse ist Beilage. Im Alltag wird dem Essen keine große Bedeutung beigemessen. Meist wird es nebenbei gegessen, geselliges Beisammensein spielt hierbei keine Rolle. Das haben wir auch bemerkt. Unser gekochtes Essen, was von den Frauen auf dem Küchenboden zubereitet wird, steht für jeden zugänglich im Hausflur unter einem Flliegengitter.

An Festtagen hingegen spielt das Essen eine große Rolle; das ganze Dorf "kocht"ein riesiges Festmahl. Im Kochkurs heute Vormittag gab es zwei Gerichte. Einmal "Tempe manis", bestehend aus abgepackten Sojabohnen-Blöcken, die zerkleinert im Wok frittiert werden. Dazu kommen Gewürze, Gemüse, Sojasauce süße Sauce. Es schmeckt wirklich nicht schlecht...Dazu gab es Bohnen mit Sojasprossen in Erdnusssauce. Gemeinsam mit ein paar holländischen Mädchen haben wir auf dem Boden gesessen und an winzigen Tischen Gemüse geschnitten. Natürlich hat Paulina vergessen, dass sie gerade chilli geschnitten hat und sich ins Auge gefasst. Fehler! " "Krissiiiii, mein Auugeeeee, mein Auge. Hilfe mein Auge."

Direkt nach diesem balinesischen Kochereignis sind wir dem Tipp anderer Freiwilliger gefolgt und haben uns auf die Suche nach dem Pool gemacht, von dem viele hier reden. Mitten durch die Reisfelder führte ein schmaler geteerter Pfad, bis man irgendwann zu einem kleinen Hotel abbiegen konnte. 

Was wir dort vorfanden überstieg alle unsere Erwartungen. Ein wunderschöner Garten mit einem Traumpool glitzerte uns entgegen. :-D Die Anlage wirkte eher wie das Domizil der größten Multimillionäre, aber für unglaubliche 20.000 Rupiah pro Person (ca.1,50Euro) konnten wir dort- als die einzigen Gäste weit und breit- den ganzen Nachmittag verbringen. Es war soooo wunderschön!!! Wir sind im "Bali Paradise" angekommen...

Um 15.Uhr mussten wir zum nächsten Workshop aufbrechen. Wir bastelten wieder in der gewohnten Gruppe typisch balinesische Opferkörbchen, die überall auf der Straße vor den Häusern und in den Tempeln stehen. Aus Bananenblättern, die mit getrockneten Kokosfasern verknüpft wurden friemelten wir die Grundgerüste der kleinen Körbchen zusammen. In den Innenhöfen der Häuser haben wir schon oft Frauen angetroffen, die täglich mit dieser Arbeit beschäftigt sind (jede Familie braucht mehrere am Tag) und in mühevoller Kleinarbeit wahre Kunstwerke herstellen. Da können unsere natürlich nicht mithalten  Alle Schritte sind vorgegeben, so muss man zum Beispiel direkt nach dem Grundgerüst ein aus getrockneten Bananenblättern bestehendes Symbol für die Göttin der Erde hineinlegen. Darauf kommen dann Blumen in verschiedenen Farben, wobei jede Farbe für einen Gott und der dazu gehörigen Region auf Bali steht. In den Familien kommt dann zum Schluss noch ein kleiner, symbolischer Teil der verzehrten Speisen des Tages hinzu.

 

Über das Abendessen haben wir uns heute (erneut!!!) sehr gefreut. Es gab richtige Sandwiches mit Spiegelei, Tomate und Salat. 

Jetzt sitzen wir mal wieder im unserem "Stammcafé" und essen Eis... 

Liebe Grüße vom anderen Ende der Welt!!!! 

 

 

 

Tag 3 der Einführungswoche in Penestanan

09Juli2014

Mittwoch.

Wir haben es tatsächlich geschafft, pünktlich um 4 Uhr aufzustehen und uns aus dem Zimmer zu schleichen. Das Fußballspiel war natürlich BOMSTASTISCH, nur hatten wir keine andere Wahl, als die 90 Minuten in STUMM anzusehen. Jubeln etc., alles ohne Geräusch. 

Unsere Mitbewohnerinnen sind nämlich leider doch nicht so nett, wie wir am Anfang gedacht haben. Das ganze Zimmer ist vollkommen vereinnahmt von ihren Sachen, während wir beide leider aus dem Koffer leben müssen. Das ist bei 6 Wochen Reiseaufenthalt aber nicht so einfach, weil man ständig was braucht, was gerade NICHT an der Kofferoberfläche liegt. 

Die Klimaanlage ist unser Lieblingsthema. Sie ist genau so angebracht, dass nachts ein regelrechter Eiswind ausgerechnet auf uns beide gerichtet ist(wir haben nur die Decken aus dem Flugzeug), aber wir haben wenig Chancen...(letzter Versuch: Fernbedienung nachts an unseren Füßen zu verstecken ist gescheitert) 

Nach dem Frühstück sind wir dann -verspätet durch unsere Müdigkeit- noch einmal zur Language-Class aufgebrochen. Zuerst wollten wir schwänzen, aber unser guter Wille war im Nachhinein doch stärker gewesen. Dumm gelaufen, denn heute wurden wir beide abgefragt.  

Um die Mittagszeit haben wir hier nochmal genauer unsere Umgebung erkundet. Es gibt immer noch so viel Neues zu sehen und das, was man sieht, ist einfach faszinierend und beinahe unwirklich. Unser Ort in der Nähe von Ubud heißt Penestanan, ein Viertel der Künstler und Batic Painters. Es gibt quasi eine Hauptstraße, nicht sehr breit, an deren Rändern sich überall kleine Shops mit viel Obst und Garküchen befinden. Auf der Straße selbst sieht man immer wieder ganze Familien auf einem Motorrad fahren, Hunde, Hühner, Fußgänger und Einheimische mit riesigen Körben auf den Köpfen. 

Neben der Straße gehen in kleinen Abständen winzige Treppen ab, die zu einzelnen Wohnvierteln, Tempeln oder "Familiengrundstücken" mit eigenen Haustempeln und Wohnhäusern für jede Generation führen. Die Wege sind sehr eng, überall stehen Hahnenkörbe für den hier sehr beliebten Hahnenkampf. 

Heute waren wir fast in all diesen kleinen Vierteln und haben uns einfach überall in den Gärten und Privattempeln umgeschaut. Man wird jedes Mal sooo unglaublich freundlich empfangen und direkt gefragt, wie es einem geht und worher man kommt. Dabei waren wir auch noch mit der Kamera unterwegs und haben einfach ständig Fotos gemacht, ohne wirklich zu wissen, ob wir das überhaupt dürfen. Die Kultur auf Bali ist wirklich besonders und vollkommen anders als in Deutschland oder den westlicheren Ländern. 

Am Mittag sind wir dann mit einem Teil unserer Gruppe in einen Hinterhof einer Künstlerfamilie gegangen, wo bereits einige Frauen darauf warteten, uns ihr Handwerk näher zu bringen. Die nächste Stunde verbrachten wir damit, erst einmal verschiedene Blumenmotive auf ein weißes Stofftuch zu übertragen und anschließend diese mit speziellen Farben auszumalen. Die Konturen wurden vorher von den Frauen mit Wachs nachgezogen, nach dem Ausmalen werden diese jedoch wieder entfernt und die Linien erscheinen weiß. Die Bilder folgen in ein paar Tagen wenn wir die Tücher fertig zurück bekommen :) Der Workshop hat uns beiden Künstlerinnen total Spaß gemacht, in der lockeren Atmosphäre war es leicht, sich mit anderen Freiwilligen auszutauschen und neue Kontakte aus den verschiedensten Ländern zu knüpfen.

 

Nach diesem Erlebnis haben wir nochmal einen Spaziergang zu den Reisfeldern unternommen. Dabei entdeckten wir immer wieder neue Pfade, gingen über Brücken und durch den dichten Urwald. Ein Wunder, dass wir uns nicht verlaufen haben! An einem der Häuser konnten wir die tägliche Zeremonie der Opferung von Lebensmitteln in kleinen, mit Blumen verzierten Opferkörbchen miterleben. Durchgeführt wurde sie von einer lieben Frau, die uns geich auf unsere neugierigen Fragen antwortete. Die Räucherstäbchen sollen etwa die Götter besänftigen und die Opferung dient ebenfalls dem Erreichen von gutem Karma. MItten in dieser wunderschönen Natur finden sich immer wieder kleine Villen mit bezauernden Gärten. Das Highlight: ein Restaurant mit tollem Ausblick, leckeren balinesichen Spezialitäten aber auch mit Schnitzel, geliebten Kartoffeln und Spaghetti (unsere Freude war grenzenlos)

 

Heute Abend fand ein Wilkommens-Dinner für alle Neuankömmlinge der Woche statt (insgesamt ca. 150 aber 95% Mädels...). Das Essen war super lecker (wir mussten uns so viel drauf laden, damit wir für die nächsten Tage satt sind!). Dort lernten wir auch eine Gruppe von Deutschen kennen, mit denen wir uns schon fürs Wochenende verabredet haben. 

 

Liebe Grüße aus BALI 

 

 

 

 

 

"Wenn in Bali `en Sack Reis umfällt..."

08Juli2014

Selamat malam! 

Heute Morgen nach einem Frühstück bestehend aus Wassermelone & "Trocken - Toast" (ja es gab auch Pfannkuchen, aber das Nutella war leer)... startete um halb 10 unsere "Bahasa Language Class" bei Teambetreuerin Citty. Mit den anderen Neuankömmlingen (insgesamt gibt es über 300 Volunteers hier, unsere Gruppe besteht aus etwa 50 Leuten, der Altersdurchschnitt liegt insgesamt eher bei Mitte Zwanzig) erlernten wir also die grundlegenden Sprachbegriffe wie Begrüßung, Wochentage und Personalpronomen. (sogar mit Einzel-Abfrage: "I will ask you all one by one.")  Aber wir haben ja noch nicht verlernt, wie man mit Tipps und Tricks erfolgreich davor bewahrt wird, dranzukommen. 13 Jahre Schule haben schließlich auch ihren Nutzen. 

Anschließend beschlossen wir beide, unserem Hunger den Kampf anzusagen und den "Big Supermarket" aufzusuchen. Nach mehrmaligem Verlaufen und einem abenteuerlichen Marsch durch einen geschlängelten, matschigen Dschungelpfad, der an Reisterrassen und Massage-Yoga-Center vorbeiführte, fanden wir schließlich doch gemeinsam mit Anne (eine Freiwillige aus Paris) den -für balinesische Verhältnisse- großen Einkaufsmarkt. Beim Betreten kam einem schon ein eigenartiger, fremder Geruch entgegen. Europäische oder Amerikanische Podukte gab es so gut wie gar nicht, aber dafür gab es alles zu herrlichen Spottpreisen. 10 Milchbrötchen für 11.000 Rupiah, macht nicht mals einen Euro. So gingen wir davon aus, genug Geld dabei zu haben und ein richtig schönes Schnäppchen zu machen. An der Kasse zeigte sich jedoch, dass wir wohl doch besser mathematischer und durchdachter vorgegangen wären, denn wir hatten nur die Hälfte an Geld dabei. :D Naja, wir sind ja auch in der Erholungsphase nach dem Abi...Leider mussten ausgerechnet die leckersten Sachen wieder abgezogen werden...

 

Naja, jedenfalls gab es dann am Mittag einen kleinen Snack bestehend aus "Trocken-Milchbrötchen", "Trocken-Normal-Brötchen", Eis und Joghurt. 

Um 2 Uhr fand die große Wanderung durch die Reisterrassenfelder statt. Hintereinander marschierten wir über die engen Pfade zwischen den bewässerten Feldern hindurch, vorbei an Ernteleuten mit den typischen Reishüten, Enten, Bächen, Palmenhainen und Kindern, die bunte Drachen steigen ließen. Das sieht man hier sehr häufig. Irgendwo am Himmel sind immer welche davon zu sehen.

Die Umgebung sah unglaublich toll aus! Ayu erklärte uns die hohe Bedeutung von Reis für die Einheimischen; insgesamt gibt es alle vier Monate eine Ernte und Nachbarn/Familien/Freunde teilen sich die einzelnen Felder untereinander auf. Es gibt drei Sorten, die unterschiedlich gebraucht werden: Den normalen Beilagenreis und dann noch zwei Sorten, die eher fürs Backen verwendet werden (wie bei uns das Mehl)... 

Danach führte uns der Weg in den Dschungel. Riesige  Bäume, tiefe Schluchten und totaler Wildwuchs. Überall grün, wohin man nur blickt. Nach einem Besuch einer Tempelanlage, die einer der vielen Künstlerfamilien gehörte, ging es entlang einer größeren, nicht enden wollenden, sehr sehr steilen Straße zurück Richtung Ubud. Die Wanderung dauerte mehr als drei Stunden, was irgendwann dank der Hitze, der Luftfeuchtigkeit und dem halbleeren Magen nicht mehr ganz so angenehm war. Irgendwann wollten wir einfach nur noch zurück und etwas essen. Dementsprechend "gut" gelaunt waren wir dann auch...;) 

 

In unserer Unterkunft angekommen stürzten wir uns direkt auf das Essen. (Heute Abend war es wirklich okay, auch wenn es etwas ganz Undefinierbares war...) Dazu natürlich die Brötchen () und die eben noch frisch eingekaufte kleine Ananas mit Banane (aus der Küche entwendet...:-P). Diese schmeckte gar nicht so süß wie von zuhause gewohnt, wahrscheinlich ist das Obst hier einfach frisch und nicht gespritzt. :-)

 

Jetzt sitzen wir im Café an der kleinen Straße. Hier ist abends viel los, es gibt WIFI und zusätzliches gutes Essen und leckere Cocktails oder Säfte. Was will man mehr? Wir haben uns jetzt geschworen, die restliche Zeit positiv zu überstehen und den Aufenthalt hier unvergesslich werden zu lassen. Das wird uns gelingen! Wir sind bereits am Planen...

Heute Nacht wird es wieder nicht viel mit dem Schlafen, denn auch aus Bali fiebern wir natürlich beim WM-Halbfinale mit!!!! Also klingelt um 4 Uhr in der Frühe der Wecker... 

 

 

 

 

Selamat datang di Ubud! Willkommen in Ubud!

08Juli2014

Ein neuer Tag ist vorbei, von dem wir jetzt natürlich berichten werden.

So langsam wird es ganz interessant und abenteuerlich hier, aber wir können noch immer nicht ganz realisieren, dass wir jetzt tatsächlich auf der Trauminsel Bali, einem der schönsten Orte der Welt, angekommen sind. Nach dem ganzen Stress der Anreise geht es allmählich richtig bergauf...

Heute Morgen im Hotel haben wir erst mal still nebeneinander gelegen, völlig sprachlos und benommen von den vergangenen Ereignissen. - Na ja, wir haben uns dann dazu entschlossen erst einmal positiv nach vorne zu schauen und keine Kurzschlussreaktionen (Pauli:„Ich reise definitiv morgen ab. Mein Papa soll uns einen Flieger bestellen.“) zuzulassen. Also haben wir noch mal versucht unsere „Ansprechpartner“ zu erreichen, die nach einem euphorischen „Yes, yeeees, Paulina?Kristina? Yeeeees“ versprach, uns abholen zu lassen. (Das kennen wir doch schon irgendwo her...) Aber: Jede hat eine zweite Chance verdient.:) Ohne Frühstück im Bauch erkundeten wir noch ein bisschen das Hotelviertel, bis wir um 12 dann tatsächlich von einem jungen Mann abgeholt wurden.

 

Die eineinhalbstündige Fahrt nach Ubud war das erste schöne „Erlebnis“, das es hier auf Bali gab. Überall an den Straßenrändern gab es Stände und kleine Garküchen, so genannte Warungs, mit frischem Obst und typisch balinesischen Spezialitäten. In den Seitengassen liefen Hunde neben Hühnern, alles wirkte total chaotisch und voll. Auf den Straßen gibt es ähnlich wie im Süden überhaupt kein System; die Fahrer hupen im Sekundentakt quasi aus reiner Langeweile. Vor allem die Kunststände mit Holzschnitzereien, riesige Buddhastatuen und Dämonen aus balinesischen Legenden haben es uns angetan. Hier waren wir das erste Mal richtig fasziniert, obwohl uns andauernd noch die Augen vor Müdigkeit zufielen... Irgendwann ging es vorbei an Reisfeldern und riesigen Bäumen, der „Dschungel“ wurde immer dichter und wir näherten uns dem Ziel. Im Hauptcenter vom GreenLion-Projekt waren wir erleichtert über die freudige Begrüßung, die man uns entgegenbrachte und die Tatsache, dass man uns anscheinend doch kannte. So wurden wir zu unserer Unterkunft gebracht. Wie durch ein Labyrinth schlängelte sich der Weg zu unserem Haus vorbei an Dorftempeln, eng zusammenstehenden kleinen Häuschen, unglaublich großen Pflanzen, spielenden Kindern und Hähnen, die unter Körben gefangen fast an jeder Ecke anzutreffen waren . Einen Vergleich zu den Orten/Stadtteilen in Deutschland kann man kaum machen; es gibt eigentlich gar nichts Gemeinsames und man fühlt sich hier wie in einer anderen, märchenhaften Welt.

 

Unser Haus:

Das Erste was man generell überall auf Bali beim Betreten eines Hauses machen muss: Schuhe aus!Klar, wir haben einen Kulturschock und sind Mädchen, aber auch ohne zimperlich zu sein ist manches in unserer Unterkunft erst einmal wirklich befremdlich und absolut gewöhnungsbedürftig (leichte Untertreibung ):Das Zimmer ist im ersten Stock und noch relativ groß. Die Hochbetten sind aus dicken Bambusstäben, die Matratzen herrlich riesig und die Mitbewohnerinnen aus aller Welt sind super lieb, auch wenn ihre ersten Berichte von Lebensmittelvergiftungen und ungenießbarem Essen nicht gerade Begeisterung aufkommen ließen.Die „Küche“ ist eigentlich eher der Aufenthaltsraum von allerlei Getier und den hier arbeitenden Frauen und ihren Familien (die sich dort gerne zwischendurch die Haare auf dem Boden frisieren und dort Mittagsschlaf halten). Bei diesem Anblick sind uns fast die Augen aus dem Kopf gefallen. Das Essen besteht immer aus „Reis + x“ (wobei das x meist nicht gut essbar ist und Krissi sich sowieso geschworen hat wegen der Vergiftungsfälle hier kein Fleisch mehr zu essen) und steht schon Stunden vor der eigentlichen Essenszeit im Flur auf der Fensterbank. Man kann sich jederzeit davon holen, gegessen wird auf dem Boden oder der Treppe.

Das Bad, so unhygienisch es auch wirklich ist, bietet dennoch einige lustige Highlights: Es gibt keine Decke (unser Haus steht mitten im Dorf!), stattdessen blickt man auf den Himmel und duscht unter einem Limettenbaum. Das fehlende Waschbecken gibt leider nur die Möglichkeit, die Zähne über der Badewanne zu putzen (lustig!) und die Hände in der Küchenspüle zu waschen (unlustig!).

Um halb 3 fing der für uns erste Programmpunkt an. Durch die Nacht im Hotel konnten wir heute Morgen leider nicht mit in den „Monkey Forest“ gehen. Unsere Teamleiterin Ayu kam uns mit ihrem Moped abholen; also fuhren wir helmlos zu dritt die befüllte Hauptstraße von Penestanan entlang bis zum Treffpunkt aller Neuankömmlinge. Im Kreis sitzend sollten wir zuerst wichtige Regeln und Hinweise über das GreenLion-Projekt unterschreiben und erfuhren nebenbei Einiges über die Arbeit hier mit den Kindern. Das Green-Lion-Projekt ist eine Organisation, die an vielen Orten Asiens vertreten ist und vor allem durch Freiwilligenarbeit und Zusammenarbeit mit Jugendnetzwerken zustande gekommen ist. Es geht darum, die internationale Verständigung zu erleichtern, in andere Kulturen einzublicken, neue Freundschaften zu knüpfen und eine bessere, verantwortungsvolle Gesellschaft/Welt zu formen. Daher ist auch die Arbeit mit Kindern von großer Bedeutung. Hier in Ubud gibt es sowohl eine Schule als auch einen kostenlosen Kindergarten (unser Projekt) mit Kindern armer Dörfer aus dem Gebiet.

 

Danach bekamen wir erste wichtige Einblicke in die Kultur und Lebensweise der Balinesen. Manche Regeln zu Tempeln und Glauben wirken auf den ersten Blick wirklich weltfremd, aber umso beeindruckter waren wir von der Freundlichkeit der Menschen hier und ihrer positiven Lebensauffassung. „If you are in Bali, always think positive“ Jeder von den über 300 Freiwilligen gehört hier als fester Bestandteil zur Dorffamilie dazu. Die Regeln zum Wohnen hier sind wirklich locker: man kann ein-und ausgehen, wann man will und irgendwelche Kontrollen gibt es nicht; am Wochenende hat man komplett frei...

Am Spätnachmittag haben wir dann mal auf eigene Faust das Dorf erkundet und jede Menge Bilder gemacht. Es gibt hier nicht nur viele Tempel und unglaublich freundliche Familien, sondern auch richtigen Dschungel mit gigantischen Bäumen und Lianen. Alle Kinder lächeln einem zu und grüßen ganz erfreut, wenn man an ihren Grundstücken vorbei spaziert und auch die Erwachsenen sind einfach sehr gastfreundlich. So kommt man direkt mit ihnen ins Gespräch. Ein Balinese erzählte uns euphorisch über seinen Deutschlandaufenthalt in München. Seine Faszination bezog sich vor allem auf die riesigen Bierkrüge, die langen Bratwürste und die lustige Musik... Jaja, wir kennen diese Klischées.  Zum Leben bevorzugt er aber dennoch Bali! „Bali is better, here is more different and you know everyone. Germany is just for looking, not for living.“ (Geht uns genauso, nur andersrum  )

 

Ein dickes, kaltes, gigantisches Schoko-Karamell-Magnum für sage und schreibe 80 Cent (11.000 Rupiah) krönte unsere Tour und wir machten uns auf den Weg zum „Abendessen“. Kurz nach halb 7 versammelten wir uns mit den anderen an der Taxistelle, um in mehreren Kleingruppen nach Ubud zu fahren. An Regen dachten wir bei den feucht-schwülen Temperaturen in der Trockenzeit (!) aber nicht und so war der tropische Monsun eine lustige Überraschung...

In der Stadt angekommen gingen wir zu einer Tempelanlage, vor der die heutige Tanzshow stattfinden sollte. Ein Mix aus Kulturtanz (Kezac), Musical und Feuershow, der einem das Gefühl gab wie in einem Traum zu sein. Die singenden Männer waren für uns am Anfang wirklich witzig, in Deutschland würde es keinen einzigen Mann geben, der sich so mit Blumen im Haar und mit anderen halbnackten Männern im Sitzkreis präsentieren würde. Und dann auch noch mit solchen Bewegungen passend zu ihren komischen Lauten ... Spätestens als wunderschön kostümierte Frauen und maskierte Männer die Tanzfläche betraten, waren wir begeistert und gefangen von der bunten Show.

 

Jetzt sitzen wir im Bett, hungrig und hellwach, obwohl wir eben noch den Dorfkiosk geplündert haben (die asiatische Nudelsuppe war einfach widerlich, die Süßigkeiten lecker aber wenig nahrhaft). So half leider nur noch ein Überfall auf Joghurt und Käse im Kühlschrank...:D Ohne Decken und mit eiskalter Klimaanlage versuchen wir gleich ein bisschen zu schlafen. Wir haben es bitter nötig...

 

Selamat tidur!!!  Gute Nacht!!!

 

  Unsere Küche :-)                         

Der Fluch aus 1001 Nacht...

07Juli2014

Der erste Morgen auf Bali. Ich bin leider schon nach 3 Stunden Schlaf aufgewacht, Krissi schläft noch tief und fest! Dabei habe ich in den letzten 72 Stunden ungelogen nur 6 Stunden geschlafen; mein Spiegelbild ist eine Zumutung zum Ansehen.

Aber jetzt erstmal der Reihe nach:

Unser Flug nach Jakarta ging leider nicht wie erwartet um 2.40 Uhr, sondern erst um 5.40 Uhr. Anzeigen oder Lautsprecherdurchsagen gab es generell keine. Einchecken reichte den "Scheichs" scheinbar stets 10 Minuten vorher, so hätten wir uns die Mühe, ab 00.00 Uhr die Boarding-Time-Tafel anzustarren, sparen können. Die Info unseres verspäteten Fluges erhielten wir wie schon gesagt von 2 Mitbetroffenen aus dem Flieger nach Frankfurt, die uns das Leid offenbar angesehen haben mussten. 

Nach 10 Stunden Warterei im Terminal hatten wir zum Essen beinahe schon unseren ganzen Dollar-Vorrat für den Visumkauf in Indonesien geplündert. Dass man uns im Gegensatz zu allen anderen Jakarta-Passagieren keinen Breakfast-Gutschein als Entschädigung schenkte (klar, 2 ahnungslose junge Frauen sind leichte Beute zum Betrug-->könnte man MEINEN!) nahmen wir aber auf keinen Fall hin!!!! Also gab´s einen Cappuccino und Obstbecher umsonst. 

 

Abu Dhabi = heiß. 40 Grad zeigte uns das Handy an, 10 Grad Celsius galt für alle Innenräume. Die riesigen Klimaanlagen erzeugten eine eisige Windkraft, vor der wir uns nur im letzten Ecken eines Cafés retten konnten. Irgendwann hatten wir kaum noch Kraft, den Kopf aufrecht zu halten und wie zwei Idioten konnten wir nur noch wortlos nebeneinander sitzen und schweigen; zwischendrin manchmal noch ein Lachen/Auslachen. 

Aber egal, wir sind ja noch jung und fit. ;) Nach dem erlösenden Boarding stand unsere Maschine jedoch bis 7 Uhr regungslos auf der Fahrbahn, die Zeit bis zum Anschlussflug brachte uns und das bekannte Päarchen an Betroffenen zum Schwitzen...Bei der geplanten Landezeit in 9 Stunden sollte unser Anschlussflieger aber offiziell schon 2 Stunden in der Luft sein, aber bei genauerer Nachfrage sah der Steward  "absolutely no problem". We will see...

Das leckere warme Frühstück machte erstmal alles wieder gut und wir waren zunächst gestärkt für ein bisschen Schlaf. Das Tageslicht wurde von der Crew direkt bekämpft: automatisch wurden alle Fenster mit Rollos versiegelt. 

In Jakarta angekommen sprinteten wir durch das Terminal (cooles Gefühl in den Beinen nach so einem langen Flug), das Englisch der Indonesen ist nicht in Worte zu fassen; sie erfinden quasi eine eigene Srprache... Das Visum mussten wir hier direkt ausstellen lassen, es fehlten 2/3 der einzutragenden Pflicht-Angaben, da wir noch gar nichts Konkretes über den Standort unserer Unterkunft und Arbeit in Ubud wussten. Egal, keiner guckte darauf, sobald man mit der Bezahlung winkte. Klarer Vorteil für uns, zumindest an dieser Stelle. Das Gepäck musste noch abgeholt und wir neu "eingecheckt werden", die Sicherheitskontrolle wartete auch noch auf uns. Irgendwie haben wir es dann doch geschafft und saßen schließlich in der Ersatz-Klappermaschine nach Bali. Müde, aufgeregt, durcheinander. 

2 Stunden später ging die Action jedoch erst los. :-)

Keiner kam uns an den verabredeten Treffpunkt abholen, keiner war unter den 3 Telefonnummern unserer Ansprechpartner erreichbar, keiner hinterließ uns eine Nachricht auf unsere vor Stunden schriftlich angekündigte Verspätung. Stattdessen ein Meer von Taxifahrern, die uns wirklich am Leib hafteten und quer über den Flughafen begleiteten. Du kannst ihnen "no Taxi" ins Gesicht brüllen, ihre Antwort bleibt die gleiche: "yes ladies, nice ladies... from Europe? Taxi, good Transport!" Ich spreche aus Erfahrung. Das Sahnehäubchen: Unsere Handys hatten akkutechnisch versagt.

Nach 1 Stunde leichter Panik (bei den Männern immer schön sicher wirken und bitte nicht hilflos) half uns ein Stromkabelarbeiter am Schalter weiter. Es war jetzt 1.00 Uhr nachts und er versuchte erneut jemanden unter den 3 Nummern zu erreichen. Tatsächlich ging der Chef vom Kindergarten dran, der sofort versprach einen Pick-up zu schicken. Unsere Namen kannte er aber nicht. 

Aber auch jetzt kam keiner. Auch nach einem zweiten Anruf und vereinbartem Treffpunkt nicht. Wir setzten uns mitten auf den Boden in der Haupthalle und luden unsere beiden Handys auf, suchten im Reiseführer krampfhaft nach einem guten Hostel und den Preisen von Taxis, um nicht ausgenutzt zu werden. Wir entschlossen uns, nach Denpasar in ein sehr nahe gelegenes einfaches Hotel zu fahren & tatsächlich fanden wir einen Taxifahrer, der bereit war uns für 40.000 Rupiah einfach nur um die Ecke zu fahren. 

Im letzten Randteil, total einsam und düster, wurden wir ausgespuckt. 2 Uhr, 2 Mädchen, 2 Koffer. Der Hotelchef war jedoch ganz in Ordnung und für 30 Euro bekamen wir hier ein Zimmer und plötzlich auch eine sms "sorry for trouble, we´re picking you up tomorrow" von der Organisation.

Wie es jetzt weitergeht? Keine Ahnung. 

Vereinigte Emirate - Erstes Ziel erreicht!

05Juli2014

Hallo ich sitze gerade im Airbus nach Abu Dhabi...

Krissi ist eingeschlafen, ich berichte einfach schon mal bis hierher. Die Abschiedsszene in Frankfurt haben wir geschafft; ganz nach der klassischen Vorstellung: natürlich nicht ohne Tränen, tausend "letzte Umarmungen", durch den Schalter gehen, noch ein letztes Mal umdrehen und sich dann mit verlaufener Schminke vor eine Identifikations- Kamera stellen...cool! 2 Stunden warten, Boarding und schließlich "Welcome on board my ladies" ...

Mit Etihad Airways ist Fliegen nochmal ein ganz besonderes Erlebnis: private Decken, Kissen,Fernseher,Spielekonsole, Musikbibliothek, Außenkamera und nicht ohne exklusive Anzeige in welcher Richtung sich Mekka befindet. Jaja, arabisches Feeling! Um 11.54 Uhr nach einem etwas mysteriösen "Arabic Prayer" (Totenstille, aber hauptsache wir beide sind am Lachen;)) und paralleler Sicherheits-Show der 10 synchronen Stewardessen in den Gängen sind wir endlich abgehoben...Bis jetzt haben wir uns in der riesigen Filmbibliothek bedient und gucken gemütlich Kinofilme...Erfreulicherweise reichte man uns vor dem Mahl ein parfümiertes Erfrischungstuch mit einer Pinzette an. Genau das haben wir jetzt gebraucht! Das Menü? 3-Gang mit wahlweise Pangsasiusfilet, Hähnchenbrust oder "Dreierlei von italienischer pasta"....         Läuft, würde ich sagen! Es ist ziemlich kalt, alle sitzen in den Decken hier und - ok es kommen jetzt Turbulenzen...

 

20.00 Uhr. Mittlerweile sind wir in Abu Dhabi gelandet....Aus dem geplanten "Foto in der Sonne" beim Aussteigen wurde leider nichts...Hier ist es schon stockdunkel, aber das ist insofern gar nicht schlecht, weil: Erst ab Sonnenuntergang darf hier gegessen und getrunken werden....gilt auch fürTouris! Wir befinden uns im "Ramadan". *.* Wir sind total müde und alles ist noch vollkommen unrealistisch...Jetzt warten wir auf den Anschlussflug in 6 Stunden. Inmitten von all den Scheichs.

Das Warten ist so anstrengend. Wir sind jetzt genau seit 40 Stunden wach. Die letzten 2 Stunden haben wir damit verbracht auf die Zeittafel zu starren, weil das Boarding schon längst hätte beginnen müssen. Durch andere Passagiere bekamen wir dann rein zufällig die coole Info, dass unser Flug 3 Stunden Verspätung hat...TOP!

We're so awake!

Aufgeregt? - Wir doch nicht!!!

24Juni2014

Hallo wir sind Kristina und Paulina & das ist unser Blog für unseren 6wöchigen Auslandsaufenthalt auf Bali...

Kurz vor dem Abitur haben wir beschlossen, unsere schöne, freie, erholsame Zeit nach dem ganzen Abistress gemeinsam mit einem Auslandsaufenthalt zu krönen. Zur Endauswahl standen schließlich Südafrika und Bali, eine sehr schwierige Wahl...Letztendlich zu unserer Entscheidung beigetragen hat damals in gewisser Weise auch unsere Kunstlehrerin, die sehr begeistert vom "Paradies Bali" sprach und unsere Neugier auf die Insel damit geweckt hat.

Unser Ziel ist Ubud, eine bekannte touristische Stadt inmitten von Reisfeldern. Die Woche über werden wir in einem Kindergarten arbeiten, an den Wochenenden können wir selbst die Insel erkunden (und unsicher machen ;) ).

In 11 Tagen geht es schon los, die Zeit vergeht total schnell und voller Vorfreude aber auch mit ein bisschen(!!!) Aufregung warten wir auf den Beginn unserer Reise.

Die letzten Wochen waren vollgepackt mit organisatiorischen Angelegenheiten: gefühlte tausend Impfungen, den dm-markt leer gekauft, Bali gegoogelt, Reiseführer durchgeblättert, "Welches Visum brauchen wir und wo bekommt man es?", "wie packe ich meinen Koffer und wie kriege ich ihn wieder zu?" und und und....

Also kann es jetzt eigentlich losgehen. Wir sind gespannt, was uns im "Land des Lächelns" oder auf der "Insel der tausend Tempel" erwartet und hoffen auf viele tolle Eindrücke und Erfahrungen, neue Kontakte und natürlich auch Abenteuer und Spaß. Vor allem freuen wir uns auf die Arbeit mit den Kindern und auf das Kennenlernen einer neuen Lebensart mit allem was dazu gehört. (Kulturschock inklusive! )

Bis bald

Bald geht es los

13Juni2014

Hallo;) Das ist der erste Eintrag in unserem Auslands-Blog. In Zukunft werden wir hier über unsere Erlebnisse auf Bali berichten.